Spanien warnt: Touristen in Benidorm mit K.-o.-Tropfen betäubt

Spanien: Urlauber mit K.-o.-Tropfen betäubt und ausgeraubt

Zuerst geben sie sich als freundliche Touristen aus – dann betäuben sie andere ahnungslose Urlauber mit K.-o.-Tropfen. Im spanischen Urlaubsort Benidorm warnt die Polizei aktuell vor einer Gang.

Ein Spaziergänger am Strand von Benidorm.
Freunde vermissten in Benidorm nach einer Partynacht ihren Kumpel. Dieser wachte ohne Erinnerungen am Strand in Benidorm auf. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Xinhua

Der spanische Küstenort Benidorm an der Costa del Sol ist am Tag ein beliebtes Ziel für Badeurlauber – in der Nacht verwandeln sich die Straßen in Partymeilen. Ein paar alkoholische Drinks und ausgelassenes Feiern gehören zum typischen Abendprogramm. 

Dass Touristen dort an der Bar von fremden Menschen angesprochen werden, scheint zunächst nicht auffällig – so lernst du in lockerer Atmosphäre gleich neue Leute kennen. Doch statt neue Freunde zu finden, werden die Touristen ein leichtes Opfer einer kriminellen Gang. Diese soll aktuell vermehrt Touristen mit K.-o.-Tropfen betäuben und den komatösen Zustand ausnutzen, um sie auszurauben.

Mit K.-o.-Tropfen betäubt: Touristen sind Zielscheibe für kriminelle Gangs in Benidorm

Ohne Handy und Geldbörse soll ein britischer Tourist am Morgen nach der Partynacht am Strand aufgewacht sein – sogar seine Schuhe sollen ihm gestohlen worden sein.

Kein Einzelfall: Die Geschichte des unter Drogen gesetzten und ausgeraubten Touristen führte dazu, dass Auswanderer und andere Urlauber bei Facebook vor der Vorgehensweise der Gruppen warnen, berichtet die „Sun“.

Diese hätten beobachtet, wie die Kriminellen auf den belebten Straßen von Benidorm, in Bars und Restaurants gezielt nach Touristen Ausschau halten. Eine weitere bekannte Masche sind als Prostituierte verkleidete Männer, die vor allem männliche Urlaubern auf dem Rückweg zum Hotel penetrant verfolgen.

In den vergangenen Wochen häuften sich die Festnahmen wegen Diebstahls in Benidorm. So nahm die Polizei vergangene Woche unter anderem eine Rumänin fest, die Luxus-Uhren im Wert von 5.000 Euro geklaut haben soll.

Der Trick: Die Täter umarmen die (oftmals zu gutgläubigen) Urlauber und streifen dabei Schmuck und Uhren vom Arm. Davon berichtete die lokale „Diaro Informacion“. 

Jeder kann Opfer von K.-o.-Tropfen werden

Kleinkriminalität, Taschendiebstahl und Drogenmissbrauch sind in Spaniens Urlaubsregionen leider oft Tagesgeschäft. Das Auswärtige Amt mahnt, erhöhte Vorsicht sei angebracht.

Während du dich vor Diebstahl relativ einfach schützen kannst, indem du Geld, Ausweise, Flugtickets und andere wichtige Dokumente am besten im Hotel sicher deponierst, nur so viel Bargeld wie nötig abhebst und keine unnötigen Wertsachen mitführst, ist das Erkennen von K.-o.-Tropfen im Getränk quasi unmöglich.

Der zumeist in flüssiger Form verabreichte Stoff ist farblos, der leicht salzige und seifige Geschmack wird vom Getränk überdeckt. Übrigens können die Tropfen, die in der Medizin als Narkose- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden, auch im Essen landen. Darüber informiert die Initiative „K.-o.-Tropfen – nein danke“. 

Tipps: So schützt du dich im Urlaub

Für die Verabreichung genügen dem Täter wenige Sekunden. Die Wirkung ist fatal: Die Tropfen machen das Opfer willenlos, handlungsunfähig, führen oft zur Bewusstlosigkeit und können bei einer zu hohen Dosis sogar tödlich sein.

Deshalb solltest du nicht nur im Urlaub folgende Tipps beherzigen:

  • keine offenen Getränke annehmen, im Zweifelsfall nur geschlossene Flaschen akzeptieren
  • Getränk nicht aus den Augen lassen – gegenseitig auf diese aufpassen
  • bei plötzlichem Schwindel oder Übelkeit: Sofort Freunde oder Personal rufen oder die Polizei/den Rettungsdienst
  • auch extreme Euphorie oder Ausgelassenheit könnten Anzeichen für die Vergiftung sein
  • nicht allein zum Hotel zurückgehen
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