Kloake vor Großbritannien: An diesen Stränden lieber nicht schwimmen

Kloake vor Großbritannien: An diesen Stränden nicht baden

Etliche Strände in Großbritannien verwandeln sich aktuell in ein Abwasserbecken – Fäkalien verdrecken das Wasser und spülen gesundheitsgefährdende Bakterien ins Meer. An diesen Stränden ist es akut.

Am Stadtstrand von Brighton tummeln sich Einheimische und Touristen.
Am Stadtstrand von Brighton tummeln sich Einheimische und Touristen. Auch hier soll verdrecktes Abwasser ins Meer gelangt sein.

Foto: imago images/Zuma Press

Großbritannien mag nicht unbedingt das erste Top-Ziel für einen Badeurlaub sein, doch ein Strandspaziergang zwischen stinkenden Fäkalien und Müll wünscht sich auch niemand. Vor allem dann nicht, wenn du mit gesundhetitlichen Risiken rechnen musst. Und genau das ist aktuell der Fall an 55 Stränden der Insel, wie die britische „Sun“ berichtet.

Starke Regenfälle in den vergangenen zwei Monaten überspülten nicht nur Straßen und Zugstrecken, sondern brachten Kläranlagen an ihre Grenzen. Um zu verhindern, dass ganze Orte in der Kloake versinken, ließen die Einrichtungen das angesammelte Abwasser über Pipelines ins Meer ab – darunter leidet die Wasserqaulität enorm.

Abwasser fließt einfach ins Meer: An diesen Stränden schwimmst du im Dreck

Unsicheres Baden? Davor warnt nun die Initiative „Surfers Against Sewage“, die sich für saubere Weltmeere einsetzt. In einer App werden alle betroffenen Strände auf einer Karte angezeigt:

Darunter die Stadtstrände von Scarborough, Brighton und Blackpool. Auch die Region in Cornwall soll mit 18 verpesteten Stränden besonders stark betroffen sein.

Wie schlimm die Lage offenbar mancherorts ist, zeigt die Geschichte einer Twitter-Userin: Amanda May ging in der Bucht von Mawgan Porth nichtsahnend mit ihren Hunden Gassi. Danach hätten beide unter Durchfall gelitten. „Ich wünschte, ich hätte die App vergangene Woche gehabt“, kommentierte sie.

Durchfall und Magenschmerzen: Das machen die Abwasser-Keime mit deiner Gesundheit

Die Keime sind eine unsichtbare Gefahr – weder ein beißender Geruch, Müll noch Fäkalien müssen zwangsläufig auf das verschmutzte Wasser hindeuten.

Krankheitserreger aus menschlichen Fäkalien werden in Klaränlagen nur zum Teil entfernt, informiert das Umweltbundesamt. Diese und weitere Keime im Abwasser können Durchfall und Magenverstimmungen verursachen.

Darüber hinaus könnte die daraus resultierende verminderte Wasserqualität zu Erkrankungen von Auge, Ohr und Haut führen, alarmiert die Initiative „Surfers Against Sewage“. Gelangen sie in den Körper, können Racheninfektionen, ein entzündeter Magen-Darm-Trakt oder gar Hepatitis eine Folge sein.

Das Meer als Klo: Keine Seltenheit in Europa

Nicht nur in Großbritannien wird das Umleiten von Abwasser ins offene Meer heftig kritisiert: Die beliebte Urlaubsinsel Mallorca wird regelmäßig von Kot und Abfällen überspült, da veraltete Kläranlagen dem Starkregen nicht standhalten können.

Eine Verbesserung des Abwassersystems wurde erst diesen Mai nach der jüngsten Kloaken-Katastrophe angekündigt.

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