Athen: Urlauberin kommt mit gebrochenem Bein in Klinik – und stirbt

Drama in Athen: Deutsche strandet in Klinik – und stirbt

Sie kam mit einem gebrochenen Bein ins Krankenhaus – nun ist sie tot: Das Urlaubsdrama einer Deutschen in Athen endet tragisch. Die Familie der 72-Jährigen macht die Klinik dafür verantwortlich.

André Pichiri
Krankenwagen vor einer Klinik in Athen – in einer solchen strandete die deutsche Urlauberin für mehr als einen Monat. Dann starb sie.
Krankenwagen vor einer Klinik in Athen – in einer solchen strandete die deutsche Urlauberin für mehr als einen Monat. Dann starb sie.

Foto: imago images/Zuma Press

Es war ein albtraumhaftes Martyrium: Evelyn-Iris Sohn aus Steinhude bei Hannover hatte sich auf einen Traumurlaub in Santorin gefreut, doch sie strandete im Krankenhaus und verstarb dort. Was war passiert?

Die 72-Jährige reiste im April mit einer Freundin und Betreuerin auf Santorin. Sie saß im Rollstuhl, da sie wegen einer Durchblutungsstörung vor zehn Jahren ihr rechtes Bein verloren hatte. Als Angestellte ihres Hotels sie eine Treppenstufe hinunterschoben, kippte Sohn hinaus.

Urlauberin kam mit gebrochenem Bein in Athener Klinik

Sie kam mit einem doppelten Beinbruch erst in ein Krankenhaus von Santorin, dann nach Athen. Und dort lag sie mehr als einen Monat – ohne die Sprache zu verstehen, ohne Prognose.

Das Problem: Sie hatte keine Auslandskrankenversicherung. Sie wurde vor die Wahl gestellt, entweder bis zur Genesung in Griechenland zu bleiben oder den knapp 7.000 Euro teuren Krankentransport selbst zu zahlen. Denn Sohns Krankenkasse übernimmt zwar Kosten für Behandlungen vor Ort, nicht aber für den Rücktransport.

Ihre Freundin kehrte nach Deutschland zurück und versuchte verzweifelt, eine Rückkehr zu organisieren. Doch ohne Erfolg. 

Auch nach dem Tod endet das Drama nicht

Am Montag dann die tragische Nachricht: Evelyn-Iris Sohn ist tot. Sie starb an multiplem Organversagen, die Folge einer Blutvergiftung. Wie konnte das passieren? Angehörige und Betreuer machen mangelnde Hygiene und Pflege dafür verantwortlich. Die Patientin sei beispielsweise, abgesehen von der rein medizinischen Behandlung, nicht gewaschen worden. Es sei üblich, dass dies die Angehörigen übernehmen.

Das Drama ist auch mit Sohns Tod nicht beendet, denn auch für die Überführung des Leichnams fehlt der Familie das Geld. Sohn wird wohl auf einem Athener Friedhof beigesetzt.

Die ganze Geschichte liest du bei der „Neuen Presse“.

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