Wer nach Kroatien reist, erwartet wohl eher einen entspannten Badeurlaub, ganz ohne Hai-Alarm. Erst kürzlich wurde der bislang recht unbekannte Strand Pasjača zum schönsten Europas gewählt. Doch nur wenige Autostunden entfernt, vor der Küste Makarskas, sichteten Touristen einen Hai. Viele sind verunsichert.

Video: Hai vor kroatischer Küste gesichtet!

Ein Urlauber filmte die unerwartete Begegnung am Samstag – das Video dazu landete im Netz: Wie ein silberner Pfeil ragt eine spitze Haiflosse aus dem Meer und zieht vor den Augen mehrerer Touristen vorbei.

Allerdings blieb es nicht bei der einmaligen Begegnung: Nur wenige Tage später soll der Hai wieder in der Adria aufgetaucht sein, dieses Mal vor der Insel Korčula. Örtliche Medien wie „24 Sata“ berichteten am gestrigen Donnerstag, dass der Hai nach Makarska zurückgekehrt sei. 

Hai könnte auch für Menschen zur Gefahr werden 

Experten sind sich unsicher, um welche Haiart es sich handelt. Zunächst gingen einige von einem Blauhai aus. Dieser gehört zu den für den Menschen potenziell gefährlichen Haiarten. Erst vergangenen Sommer verhängte Mallorca ein Badeverbot, da sich ein Exemplar dieser Art verdächtig nah vor den Badestränden umhertrieb.

Dem widerspricht Michael Mitic, der Direktor vom Haus des Meeres in Wien, es sei „ganz sicher kein Blauhai“. Dieser sei nicht so bullig, habe schlankere Brustflossen und eine längere Nase, sagte der Experte dem Schweizer Portal „20 Min“.

Stattdessen vermutet er einen Makohai, der jedoch nicht weniger gefährlich ist. Er gehört wie der Weiße Hai zur Gattung der Makrelenhaie.

Ein Kurzflossen-Mako.
Diese Begegnung wollen Badeurlauber wohl vermeiden: Makohaie können bis zu vier Meter lang werden und eine Geschwindigkeit von bis zu 80 Kilometer pro Stunde erreichen. Foto: imago images/oceans-image

Prinzipiell geht von beiden Arten eine Gefahr für den Menschen aus, jedoch ist ein Angriff eher unwahrscheinlich. Sowohl der Blauhai als auch der Makohai seien in der Adria nichts Ungewöhnliches, sagt Mitic. Was den Hai so nah an die Küste treibt, ist jedoch fraglich.