Todesserie in Dom-Rep-Hotels: Woran starben die 6 Urlauber?

Todesserie in Dom-Rep-Hotels: Woran starben die 6 Urlauber?

Mysteriöse Todesserie in der Karibik: Sechs Touristen aus den USA sind in der Dominikanischen Republik innerhalb weniger Monate gestorben. Sie wohnten alle in benachbarten Hotels. Was steckt dahinter?

Die Region Punta Cana ist bekannt für ihre Traumstrände. Doch eine Todesserie überschattet das Urlaubsparadies.
Die Region Punta Cana ist bekannt für ihre Traumstrände. Doch eine Todesserie überschattet das Urlaubsparadies.

Foto: imago images/robertharding

6,5 Millionen Touristen sind im vergangenen Jahr in die Dominikanische Republik gereist – rund ein Drittel von ihnen kommt aus den USA. Doch das Urlaubsparadies wird von einer Todeswelle erschüttert: Innerhalb nur eines Jahres starben sechs US-Urlauber unter bislang ungeklärten Umständen. Alle starben in ihren Hotelzimmern.

Drei Todesfälle ereigneten sich im Mai in zwei benachbarten Hotels im Ort La Romana, drei weitere im vergangenen Jahr in Punta Cana, ebenfalls in benachbarten Anlagen.

Die Chronologie der Todesfälle in der Dominikanischen Republik:

Fall 1: Yvette S. (51) starb im Juni 2018 in ihrem Bett im Bahia Príncipe Resort, offiziell an einem Herzinfarkt. Ihre Schwester sagte gegenüber dem Fernsehsender „NBC10“, dass sie zuvor einen Drink aus der Minibar hatte. Dann sei sie unter die Dusche gesprungen. Ihr Verlobter habe sie am nächsten Morgen tot neben sich gefunden.

Fall 2: Ebenfalls an einem Herzinfarkt starb David H. (45) im Hard Rock Hotel & Casino Punta Cana. In seiner Lunge wurde Flüssigkeit gefunden, er hatte ein Lungenödem. Das berichtet die „New York Times“. Der Vorfall ereignete sich im Juli 2018.

Fall 3: Ebenfalls im Hard Rock Hotel & Casino Punta Cana starb im April dieses Jahres Robert W. (67). Er war auf einer Hochzeit und trank vor seinem Tod ein Getränk aus der Minibar.

Fall 4: Miranda S. (41) aus dem US-Bundesstaat Maryland starb am 25. Mai in ihrem Zimmer im Hotel Bahia Príncipe Bouganville. Ihr Mann Daniel W., mit dem sie dort ihre Hochzeitstagsreise verbrachte, überlebte. Auch sie hat sich einen Drink mit Zutaten aus der Minibar gemixt. Sie hatte Wasser in der Lunge und ein Lungenödem.

Fall 5: Cynthia D. (49) und Edward H. (63), ebenfalls aus Maryland, kamen nicht zum Check-out. Ihre Leichen wurden Ende Mai 2019 in ihrem Hotelzimmer im Bahia Príncipe La Romana gefunden. Auch sie hatten ein Lungenödem.

Sechs Tote in einem Jahr: FBI ermittelt in der Dominikanischen Republik

Sechs Todesfälle in nur einem Jahr – wie das passieren konnte, will nun das FBI herausfinden. „Die Dominikanischen Behörden haben für die weitere toxikologische Analyse um Unterstützung gebeten“, teilt die Behörde mit. Bis die Ergebnisse vorliegen, könne es jedoch noch etwa 30 Tage dauern.

Auffällig ist, dass sich in den beiden Regionen in der Dominikanischen Republik die Krankheitsfälle offenbar häufen, das berichtet der „Stern“. Auf der Plattform „iwaspoisoned“ (deutsch: Ich wurde vergiftet) können Hotelgäste und Restaurantbesucher melden, wenn sie den Verdacht haben, eine Lebensmittelvergiftung erlitten zu haben.

Zu den zwei Hotels in Punta Cana gibt es Hunderte Einträge, einige auch zu den Unterkünften in La Romana. Die Gäste klagten über Durchfall, Übelkeit, Brechreiz und Fieber. 

Todesfälle: Das sagen die Hotels

Das Hard Rock Hotel & Casino Punta Cana, in dem zwei Urlauber starben, äußerte sich im „Rolling Stone“-Magazin. Ein Sprecher sagte: „Die Sicherheit und Gesundheit unserer Gäste ist jetzt und schon immer unsere höchste Priorität.“ Es gebe Hotelprotokolle, um die Sicherheit sicherzustellen. Dazu gehöre auch eine tägliche Inspektion der Minibars.

Die Bahia-Gruppe veröffentlichte jetzt nach den jüngsten drei Todesfällen in La Romana ein Statement. Darin heißt es, dass es keinerlei Anhaltspunkte gebe, dass die Todesfälle miteinander in Verbindung stünden. Es handele sich um zwei unterschiedliche Hotels.

Weiter schreibt die Bahia-Gruppe: „2,7 Millionen Amerikaner besuchen dieses Land jedes Jahr. Leider passieren diese Dinge manchmal.“ Die Berichterstattung in verschiedenen Medien bezeichnet die Gruppe als „falsch“ und „imageschädigend“.

Die Bahia Príncipe Resorts sind Teil der Gruppe aus 14 Hotels in der Dominikanischen Republik und besonders wegen ihres All-inclusive-Angebotes beliebt.

Tourismusministerium: Dominikanische Republik ist sicher

Auch der Tourismusminister der Insel, Francisco Javier Garcia, sagte: „In den vergangenen fünf Jahren haben über 30 Millionen Touristen die Dominikanische Republik besucht. Es ist jetzt das erste Mal, dass die internationalen Medien über so eine alarmierende Situation berichten.“

Es handle sich jedoch um voneinander unabhängige Vorfälle. Er betonte: „Die Dominikanische Republik ist ein sicheres Reiseziel.“ 

Die Todesfälle ziehen jedoch Konsequenzen nach sich, berichtet die „New York Times“. So müssen nach Angaben des Tourismusministeriums alle Hotels innerhalb der nächsten 60 Tage Sicherheitskameras installieren.

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