Mehrmals kreiste die Boeing 737 Max am Dienstag vor der deutschen Grenze, zog Warteschleifen – und drehte letztlich in Richtung Westen wieder ab.

Der Grund: Nach dem Absturz einer Lion-Air-Maschine bei Jakarta im Oktober 2018, bei dem 189 Menschen ums Leben kamen, und dem Ethiopian-Airlines-Unglück mit 157 Toten, ist der deutsche Luftraum nach wie vor für alle Maschinen des Unglücks-Typs tabu. 

So auch für den Flug DY8922 von Norwegian Air von Malaga zur Basis nach Stockholm. Passagiere heben seit dem weltweiten Grounding nicht mit den Max-Maschinen ab. Erlaubt sind hingegen sogenannte Überführungsflüge, nur die Crew im Cockpit darf mit. 

Boeing 737 Max von Norwegian Air darf nicht über Deutschland fliegen

Die Crew hob mit der 737 Max gegen 6.45 Uhr in Malaga ab, verließ Spanien in Richtung Frankreich, um dann über Deutschland zum Ziel Stockholm zu gelangen. 

Bis zur deutschen Grenze verlief der Überführungsflug ohne Passagiere wie geplant.
Bis zur deutschen Grenze verlief der Überführungsflug ohne Passagiere wie geplant. (Screenshot) Foto: flightradar24.com

Allerdings kam die Maschine dort nicht an – noch über Frankreich mussten die Piloten abdrehen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) verwehrte den Einflug nach Deutschland, die Piloten mussten stattdessen am Flughafen Paris-Vatry landen, um die Tanks zu füllen. Das berichtet „Aerotime“.

Boeing 737 Max bleibt vorerst bis September am Boden

Mit 18 Flugzeugen hat Norwegian Air eine der größten Max-Flotten, einige von ihnen sollten zurück zum Heimatflughafen gebracht werden – mit angeblicher Erlaubnis der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), das behaupte die norwegische Regierung, berichtete „Airlive“.

Allerdings verhindere das nicht die nationalen Flugverbote – Deutschland sei weiterhin eine „absolute Tabuzone“, sagte eine DFS-Sprecherin dem „Aero“. Weltweit soll das Flugverbot nach aktuellem Stand bis zum 8. September anhalten.