Mallorca-Forderung: Nur noch ein Kreuzfahrtschiff pro Tag

Mallorca-Forderung: Nur noch ein Kreuzfahrtschiff pro Tag

Touristenmassen, Umweltverschmutzung, Lärm: Kreuzfahrtgegner auf Mallorca fordern, dass große Kreuzfahrtschiffe komplett verbannt werden. Von den kleineren soll nur noch eines pro Tag anlegen dürfen.

Zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma de Mallorca – wenn es nach den Kritikern ginge, gäbe es dieses Bild künftig nicht mehr.
Zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma de Mallorca – wenn es nach den Kritikern ginge, gäbe es dieses Bild künftig nicht mehr.

Foto: imago images/Waldmüller

Fünf Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig im Hafen von Palma de Mallorca – das ist keine Seltenheit mehr. Für diesen Sommer erwartet die Baleareninsel 300 Anlegemanöver. Jeden Tag strömen bis zu 15.000 Kreuzfahrt-Touristen in die Hauptstadt.

Vielen Einwohnern der Insel reicht es. Sie kritisieren die damit verbundenen Touristenmassen, die in die Altstadtgassen einfallen, den Lärm und die Umweltverschmutzung. Einer aktuellen Studie zufolge ist Palma de Mallorca eine der drei am stärksten von Kreuzfahrtschiffen verschmutzten Städten Europas.

Auf der Kampagnenseite „You Move Europe“ fordern 23 Verbände eine massive Beschränkung des Kreuzfahrt-Tourismus. Protest auf der Baleareninsel gegen die Pötte ist nicht neu, aber es sei das erste Mal, dass sich so viele Vereinigungen auf Mallorca zusammengetan und eine gemeinsame Erklärung abgegeben haben, berichtet die „Mallorca Zeitung“.

Das fordern die Kreuzfahrt-Gegner auf Mallorca

In dem Manifest, das bereits mehr als 6.000 Menschen unterschrieben haben, stellen die Verbände fünf Forderungen auf.

Die wichtigste Forderung: Künftig soll nur noch ein Kreuzfahrtschiff pro Tag im Hafen festmachen dürfen. Außerdem soll die Größe der Schiffe beschränkt werden. Es sollen nur noch maximal 4.000 Kreuzfahrturlauber pro Tag kommen dürfen.

Die Konsequenz wäre, dass Schiffe wie die „Symphony of the Seas“ oder die „Harmony of the Seas“, die Platz für mehr als 6.000 Passagiere haben, nicht mehr in Palma anlegen dürften. 

So weit gehen die Pläne der Balearenregierung zwar bislang nicht – aber auch sie fordert, dass die Anzahl der Schiffe in Palma reduziert wird und einige auf alternative Häfen ausweichen.

Die zweite Forderung der Verbände ist, dass die Übernachtungssteuer für Kreuzfahrttouristen auf 5 Euro pro Tag erhört wird. Aktuell sind es 2 Euro in der Haupt- und ein Euro in der Nebensaison. 

Außerdem solle das Mittelmeer zu einem Gebiet der Emissionskontrolle erklärt werden – so wie auch die Ostsee und die Nordsee

Und die Hafenbehörde soll dazu verpflichtet werden, die Umweltauswirkungen von Kreuzfahrten auf Wasserverbrauch, Luft- und Wasserverschmutzung täglich zu überwachen und öffentlich zu machen. Und zuletzt soll die steuerliche und arbeitsrechtliche Transparenz der Kreuzfahrtunternehmen verpflichtend sein.

Erst am Wochenende haben in Venedig Tausende Menschen gegen Kreuzfahrtschiffe demonstriert.

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