Sie sind billig und vom Original oftmals kaum zu unterscheiden: gefälschte Markenprodukte. Am Strand preisen Händler die vermeintlich echte Markenware wie Sonnenbrillen, Taschen und Designer-Klamotten zu einem verdächtig günstigen Preis an. Dass es sich hierbei um Plagiate handelt, wissen wohl die meisten Touristen.

Trotzdem sind die Mitbringsel für viele Urlauber ein Shopping-Muss. Ein Schlaraffenland für die Fälschungen ist das bei den Deutschen beliebte Urlaubsland Spanien – und genau das soll sich ändern. Dafür werden nun auch Touristen ins Visier genommen.

Erste Touristen müssen auf Mallorca für Fälschungen Strafe zahlen

Nicht nur die Händler machen sich mit dem Verkauf der Ware strafbar. Auch Touristen müssen bereits beim Kauf mit saftigen Geldstrafen rechnen. Seit Mai gilt ein entsprechendes Gesetz in Spanien, wie das „Mallorca Magazin“ berichtete. Und dessen Einhaltung kontrolliert die Polizei scharf. 

Die Policia Local kontrolliert einen Händler am Strand auf Mallorca.
Am Ballermann sieht die Polizei nicht nur bei den Händlern genauer hin. (Symbolfoto) Foto: imago images/MiS

Das mussten nun auch kaufwütige Urlauber in Palma de Mallorca erleben, als die örtliche Polizei bereits beim Vorhaben, gefälschte Sonnenbrillen zu kaufen, dazwischenfunkte. Die Touristen soll die Schnäppchenjagd teuer zu stehen gekommen sein, wie die lokale „Mallorca Diaro“ berichtete. Denn es droht ein Bußgeld zwischen 100 und 700 Euro, das vor Ort oder bei der Rückreise fällig wird.

Bis zu 700 Euro Strafe: Spanien will den Verkauf von Fälschungen unterbinden

Mit diesen Vorschriften will Spanien den Handel mit Fälschungen verhindern. Die Bußgelder haben es in sich, immerhin würde eine echte Sonnenbrille vom Markenhersteller oder aber auch eine originale Designer-Tasche ähnlich viel kosten.

Die Geldstrafe vor Ort ist neu – das Einführen von gefälschter Ware ist nur unter bestimmten Vorschriften legal. Für den privaten Gebrauch darf der Verkehrswert (Preis der Ware) nicht mehr als 430 Euro betragen.

Andernfalls kann der Zoll Passagiere bei der Kontrolle am Flughafen rausziehen und die Ware ausnahmslos einkassieren – und sogar ein Strafverfahren einleiten. 

Billige Kopie von Markenware kaum zu unterscheiden

Mitttlerweile werden die Fälschungen aber nicht nur von Straßenhändlern auf der Promenade oder am Strand angeboten: Spaniens Geschäftsleute klagen darüber, dass die nachgeahmte Billigware auch in Geschäften an ahnungslose Urlauber verkauft wird.

Wie kannst du also sichergehen, dass du nicht ungewollt ein Plagiat kaufst?

Eine hundertprozentige Garantie gibt es leider nicht, die Kopien werden immer besser: Waren einst Zertifikate oder Gütesiegel ein sicheres Zeichen für ein Original, kannst du dich darauf auch nicht mehr verlassen.

Ein Händler breitet seine Ware aus.
Von Aufklebern und anderen typischen Merkmalen einer Marke solltest du dich nicht täuschen lassen. Foto: imago/Geisser

Daher solltest du grundsätzlich bei deinem Spontankauf im Urlaub vorsichtig sein und diesen überdenken. Auf Basaren, bei Straßenhändlern und bei Straßenständen wirst du wohl kaum ein echtes Designerteil bekommen – auch wenn die Qualität auf den ersten Blick wertig erscheint.

Prüfe daher sorgfältig das Produkt, beispielsweise die Verarbeitung der Nähte. Verdächtig sollte dich immer ein niedriger Preis stimmen. Selbst bei Rabatten dürfte dieser immer noch weit über den vom Straßenhändler angebotenen Preisen liegen – mit ein paar Euro kommst du bei echten Produkten auf keinen Fall weg.