Work and Travel auf einer Hobbyfarm in Australien – so geht’s

Work and Travel auf einer Hobbyfarm in Australien

Work and Travel ermöglicht es dir, in deinem Reiseland für Kost und Logis zu arbeiten. reisereporterin Kristin erzählt, wie es funktioniert und wie ihr Alltag in einer australischen Familie in Queensland aussah.

reisereporterin Kristin lebte eine Zeit lang auf einer Hobbyfarm in der Countryside von Queensland.
reisereporterin Kristin lebte eine Zeit lang auf einer Hobbyfarm in der Countryside von Queensland.

Foto: privat

Wenn du dein Reiseland von seiner authentischsten Seite kennenlernen oder deine Sprachkenntnisse verbessern möchtest und das alles am besten möglichst kostengünstig, dann könnte Work and Travel genau das Richtige für dich sein.

Für mich war es von Anfang an ein fester Teil meiner Reiseplanung. Ich habe mich auf der Plattform Workaway angemeldet. Das kostet aktuell 42 US-Dollar pro Person für die Dauer von einem Jahr. Bereits aus Deutschland habe ich mehrere Gastgeber – weltweit gibt es etwa 38.000 – angeschrieben.

Workaway: Nimm am täglichen Leben vor Ort teil

Die Idee ist, dass du am täglichen Leben vor Ort teilnimmst und für Kost und Logis bei allen anfallenden Arbeiten mitanpackst. Ob Farm- oder Gartenarbeit, Unterstützung im Haushalt, Baby oder House-Sitting, es gibt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten.

Meine Wahl fiel auf einen Ort mit Tieren, und ich bekam nach einigen Tagen die Zusage einer Familie mit einer Hobbyfarm in der Countryside von Queensland. Zuvor erhielt ich mehrere Absagen; entweder war kein Platz mehr frei, oder es wurden Reisende bevorzugt, die schon Workaway-Erfahrungen vorweisen konnten. Da die Plattform mit gegenseitigen Bewertungen von Reisenden und Gastgebern arbeitet, hatte ich es als Neuling ein klein wenig schwerer.

Über die Plattform konnte ich mit meiner Gastfamilie kommunizieren und mich schließlich für ein Skype-Date verabreden. Das Gespräch gab mir Sicherheit, schließlich war ich drauf und dran, allein mitten ins gefühlte Nirgendwo in Australien zu fahren. Zudem hatte die Familie bereits einige nette Bewertungen, was mir zusätzlich ein gutes Gefühl gab.

Im Gespräch klärten wir grob den Ablauf sowie die potenziellen Arbeiten und auch den Zeitraum ab. Letztlich wurde mir noch die Anreise erklärt – und nur wenige Wochen später machte ich mich auch schon auf den Weg ins Landesinnere von Queensland.

Vor Ort wurde ich direkt am Bahnhof abgeholt, und mit dem Auto ging es Richtung Moogerah. Erst in diesem Augenblick wurden mir die Weiten Australiens richtig bewusst: Meilenweit links und rechts der Straße nur Felder, in der Ferne beeindruckend grüne Berge.

In diese Ecke von Australien wäre ich sonst sicher nicht gekommen. Auch die vielen Warnschilder mit Kängurus oder Koalabären fielen mir sofort auf, und es dauerte nicht lang, bis die ersten Kängurus unseren Weg kreuzten. Es waren die ersten wild lebenden Kängurus, die ich auf meiner Reise sah, und ich freute mich wie ein kleines Kind.

Workaway ist auch eine Herausforderung

Mit meiner Ankunft auf der Farm wurde ich ab der ersten Stunde vollständig ins Familienleben integriert. Wir aßen zusammen, schauten abends Filme auf der Couch, und ich half mehrere Stunden am Tag im Haushalt, bei der Gartenarbeit oder der Versorgung der Tiere. Insgesamt belief sich meine Arbeitszeit auf maximal vier bis fünf Stunden pro Tag, und ich hatte mehr als genug Freizeit.

Außerdem wurde ich auf alle Familienausflüge mitgenommen, wodurch ich vier Tage auf einem Reitturnier in einem Pferdetransporter übernachtete. Für mich als Pferdenärrin ein absoluter Traum!

Kristin päppelte ein blindes Numbat-Baby auf.
Kristin päppelte ein blindes Numbat-Baby auf. Foto: privat

Während dieser Zeit lernte ich ausschließlich Australier kennen und sprach über Tage hinweg kein Deutsch. Auch die Bekanntschaft mit einem blinden Baby-Numbat, einem kleinen australischen Beuteltier, das am Straßenrand gefunden wurde, war ein Highlight meines Workaways.

Aber: Trotz einer Menge Spaß war mein Aufenthalt an manchen Tagen auch stressig. Ob Streit zwischen den Familienmitgliedern, das Anpassen an einen mir fremden Tagesrhythmus oder die Abstimmung hinsichtlich der Arbeiten – es gab definitiv die ein oder andere Herausforderung.

Doch der Mix aus allem hat mein Workaway zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht und mir die Chance geboten, über den Tellerrand zu schauen.

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