Greta-Effekt? Immer mehr Schweden reisen mit Zug statt Flugzeug

Greta-Effekt? Immer mehr Schweden wählen Zug statt Flug

Die Schweden sorgen sich um die Umwelt und ums Klima. Für viele ein Grund, wieder mehr Zugreisen zu buchen. Wann immer es geht, ziehen sie Züge Flugzeugen vor – genau wie die Aktivistin Greta Thunberg.

Klimaaktivistin Greta Thunberg (16) im Zug nach Hamburg.
Die 16-jährige Greta Thunberg reist mit dem Zug zu ihren Auftritten – wie hier im März nach Hamburg.

Foto: imago images/TT/Roger Turesson

Flygskam und Greta-Effekt: Diese Neuzugänge im schwedischen Wortschatz gehen Hand in Hand. Sie beschreiben die Scham, die Schweden beim Fliegen aufgrund der negativen Auswirkungen auf die Umwelt überkommt. Und die Tatsache, dass sie deshalb immer seltener ins Flugzeug und dafür öfter in den Zug steigen.

In Schweden geht der Trend zur Schiene. Das bestätigen auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie*. Wie die schwedische Staatsbahn SJ mitteilt, sagen 37 Prozent der Befragten, dass sie nach Möglichkeit mit dem Zug statt mit dem Flugzeug reisen. Das sind fast doppelt so viele wie noch vor eineinhalb Jahren.

Reisen im Zug: Klima schlägt Bequemlichkeit

Der Einfluss aufs Klima ist – zum ersten Mal – der Hauptgrund für Reisende, um mit dem Zug zu fahren. Das ergibt eine Kundenbefragung von SJ. Zuvor waren etwa Bequemlichkeit oder die produktiv nutzbare Reisezeit die größte Motivation.

Und nicht nur das: Gleichzeitig sind die Buchungen bei Inlandsflügen zurückgegangen. Zudem gibt jeder vierte Schwede an, mehr innerhalb Schwedens zu verreisen als noch vor drei Jahren. Nur 28 Prozent planen im Sommer eine Flugreise – im Vorjahr waren es noch 41 Prozent.

Ob Greta Thunberg zu dem Schienentrend inspiriert hat, verrät die Studie nicht. Zumindest hat sie die Klimadebatte seit ihrem ersten Schulstreik am 20. August 2018 bedeutend geprägt.

   

*Die repräsentative Umfrage mit 1.000 Teilnehmern wurde im März 2019 von der schwedischen Marktforschungsfirma Sifo im Auftrag von SJ durchgeführt.

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