Mont-Blanc: Bergsteiger müssen reservieren, weil Ansturm zu groß ist

Overtourism am Mont-Blanc: Bergsteiger müssen reservieren

Auf den Mont-Blanc kraxeln – ohne ein Bett in einer Herberge gebucht zu haben? Das ist jetzt tabu. Die Behörden begrenzen ab sofort den Zugang zum höchsten Berg der Alpen. Und drohen mit hohen Strafen.

Bergsteiger auf dem Gipfel des Mont-Blanc, dem höchsten Berg der Alpen.
Viele Menschen besteigen den Mont-Blanc, ohne eine Unterkunft reserviert zu haben. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Eibner Europa

Rund 25.000 Menschen erklimmen den Mont-Blanc pro Jahr. So viele, dass die Herbergen oftmals überbucht sind und Politiker von „Sicherheitsproblemen“, „asozialem Verhalten“ und „Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung“ sprechen. Das berichtet „Le Figaro“.

Das Departement Haute-Savoie, in dem der Mont-Blanc liegt, zieht deshalb jetzt die Reißleine – und begrenzt den Zugang zum höchsten Berg der Alpen und der EU.

Bergsteiger dürfen ohne gebuchte Unterkunft nicht auf den Mont-Blanc

Wer keinen Platz in der Refuge du Goûter, de Tête-Rousse, oder der Nid d’Aigle gebucht hat, darf den Mont-Blanc künftig nicht mehr besteigen. Das besagt ein neuer Erlass des Präfekten von Haute-Savoie.

Demzufolge müssen Bergsteiger, die für mehrere Tage auf dem normalen Weg auf den größten Berg der Alpen wollen, eine der Unterkünfte entlang der Route reservieren. Diese Regelung gilt vom 1. Juni bis zum 29. September während der Hauptsaison für Bergsteiger. 

Zelten auf dem Mont-Blanc? Wildcamping wird hart bestraft

Wer trotz fehlender Reservierung auf den Mont-Blanc geht und dann aufgrund überfüllter Unterkünfte wild campt, muss mit drastischen Strafen rechnen: Es drohen bis zu zwei Jahre Haft und 300.000 Euro Bußgeld. 

Um den Mont-Blanc sicherer zu gestalten, hatten die Behörden bereits im April angekündigt, die Routen für Auf- und Abstieg mit unterschiedlichen Leuchten zu kennzeichnen.

Ein Extrembeispiel für überlaufene Berggipfel ist in diesem Jahr der Mount Everest: Ende Mai hatte sich in der sogenannten Todeszone ein Stau von Bergsteigern gebildet, rund ein Dutzend Menschen kamen auf dem Dach der Welt in dieser Saison bereits ums Leben.

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