Aida-Passagierin will ein Pflaster – und zahlt 91 Euro für Rechnung

Aida-Passagierin will nur ein Pflaster – und zahlt 91 Euro

91 Euro für Blasenpflaster?! Tatsächlich hat eine Kreuzfahrt-Passagierin genau diese Rechnung erhalten. Und das war kein Irrtum. Was hinter der extrem hohen Summe steckt, weiß der reisereporter.

Die Passagierin ist wütend über ihr Erlebnis auf der „Aida Prima“. (Symbolfoto)
Die Passagierin ist wütend über ihr Erlebnis auf der „Aida Prima“. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Hoch Zwei Stock/Angerer

Werden kranke Passagiere auf Kreuzfahrten abgezockt? (Ehemalige) Kreuzfahrtschiff-Ärzte werfen Reedereien genau das vor. Auch eine Urlauberin ist „wütend und enttäuscht“, nachdem sie auf ihrer Kreuzfahrt insgesamt 91,10 Euro für ein Blasenpflaster bezahlen sollte. Was war passiert?

Die Frau bekam während einer Kreuzfahrt mit der „Aida Prima“ eine große Blase an der Ferse. In der Hoffnung, an Bord ein Pflaster zu bekommen, habe sie im Bordkrankenhaus nachgefragt. 

80 Euro für die ärztliche Beratung – bei einer Blase am Fuß

Die Arzthelferin hätte sie jedoch zum Arzt weitergeschickt, schreibt sie in einem Post auf der Facebook-Seite von Aida. Die Folge: Eine saftige Rechnung. Für fünf Pflaster wurden 11,10 Euro berechnet, hinzu kamen 80 Euro für den Arztbesuch. Ein Foto der Rechnung hat sie ebenfalls gepostet:

Aida: „Pflaster auch ohne Konsultation zu bekommen“

„Es ist eine Frechheit… pure Abzocke“, schimpft die Passagierin. Die Reederei hingegen teilt auf reisereporter-Anfrage mit, dass „Pflaster auch ohne Konsultation zu bekommen“ seien. 

Weitere Fragen – zum Beispiel bezüglich der üblichen Sätze für Behandlungen im Bordkrankenhaus und zu anderen Möglichkeiten, an Bord an Pflaster oder andere Medikamente zu kommen – blieben bislang unbeantwortet.

Auch den Facebook-Post hat Aida bisher nicht kommentiert. Doch andere Nutzer sehen die Schuld bei der Passagierin. „Das sind normale Preise“, schreibt Dominik Paradies. Und andere fragen, warum die Frau nicht selbst Pflaster im Gepäck hatte oder bis zum nächsten Halt gewartet und dann ein Pflaster an Land gekauft habe.

Andere Facebook-Nutzer unterstützen die Frau. „Na, aber ein Pflaster kann man schon auch ohne Behandlung gegen ein entsprechendes kleines Entgelt abgeben. Es wird Zeit, dass da auch mal die Zusatzversicherungen ein Machtwort sprechen beziehungsweise den Klageweg beschreiten“, schreibt etwa Tina Schaefer.

Auch Bianca Koellges stimmt zu: „Mir ging es ähnlich, nur hatte ich Beschwerden und wurde ohne jegliche Untersuchung und Behandlung an meinen Arzt zu Hause verwiesen. Das ganze natürlich auch für satte 80 Euro… das ist schon ziemlich frech!“

Darum ist ein Arzt-Besuch auf dem Kreuzfahrtschiff so teuer

Generell ist es auf Kreuzfahrten besonders teuer, zum Arzt zu gehen. Denn die Gebührenordnung für Ärzte gilt auf hoher See oftmals nicht. 

Für eine normale Beratung werden laut Gebührenordnung zwischen rund 5 und 10 Euro fällig. Und an Bord von Kreuzfahrtschiffen? Da können Passagiere schon mal 300 Euro für eine Beratung mit Fiebermessung bezahlen – ein Vielfaches der Gebühren an Land! Reedereien rechtfertigen dies mit einer Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit des Bordhospitals und dem Einsatz gut ausgebildeter und geschulter Mediziner.

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