Visum für die USA: Touristen müssen Social-Media-Profile angeben

US-Visum: Touristen müssen Social-Media-Profile angeben

Neuerungen bei der Visa-Beantragung für die USA: Ab diesem Monat müssen Bewerber die Namen ihrer Konten in den sozialen Medien angeben. Das sogenannte ESTA bildet allerdings eine Ausnahme.

Deutsche können US-Visa über ESTA beantragen, dem elektronischen System zur Einreisegenehmigung.
Seit Dezember 2016 können Touristen beim Antrag eines US-Visums per ESTA freiwillig ihre Social-Media-Profile angeben.

Foto: imago images/Rüdiger Wölk

Rund 14 Millionen Touristen reisen Schätzungen zufolge in die USA – pro Jahr. Viele von ihnen müssen sich jetzt auf stärkere Überprüfungen ihrer Person einstellen: in den sozialen Medien.

Bislang war die Angabe der Profilnamen bei der Visumsbeantragung optional. Für die meisten Mitgliedsstaaten der EU soll das für die Reisegenehmigung auch weiterhin so bleiben – auch für Deutschland. Das berichtet unter anderem die „Zeit“. Der Grund: Im Rahmen des Visa-Waiver-Programms können die Bürger bis zu 90 Tage ohne ein Visum in die USA einreisen.

Menschen mit polnischem, rumänischem oder kroatischem Pass müssen aber beispielsweise vor US-Reisen ein Visum beantragen – und nun ihre Identität in den sozialen Medien offenlegen.

Kritiker wie die Nichtregierungsorganisation American Civil Liberties Union hatten den Vorschlag bereits im Vorfeld als „Profiling“ und „Diskriminierung“ bezeichnet, berichtet „Bloomberg“.

Warum werden überhaupt die Social-Media-Angaben benötigt?

Dem U.S. Department of Homeland Security zufolge sollen damit unter anderem Informationen aus dem Antrag abgeglichen werden. Dadurch könne zum Beispiel möglicher Betrug entlarvt werden. „Soziale Medien können helfen, anderweitig bedenklich Personen von jenen zu trennen, deren Informationen ihre Qualifizierung zur Reise untermauern“, heißt es unter „Fragen und Antworten“.

Warum gilt die neue Regelung für US-Visa nicht für Deutsche?

Die Regel gilt allerdings nicht für das sogenannte ESTA. Das ist kein Visum, sondern eine Reisegenehmigung, die online beantragt werden kann. Bürger der Länder, die im Rahmen dieses Visa-Waiver-Programms teilnehmen, können zwar ohne Visum in die USA einreisen. Sie benötigen aber die Einreisegenehmigung.

Und das musst du dabei beachten: Wenn du in den USA Urlaub machen möchtest, solltest du bei der Flugbuchung, spätestens aber 72 Stunden vor Abflug ein ESTA beantragen. Der Antrag wird automatisch geprüft, um zu ermitteln, ob du zur Einreise berechtigt bist.

Wenn dein ESTA genehmigt wurde, ist es für zwei Jahre oder bis zum Ablaufen deines Reisepasses gültig – auch für mehrere Reisen. Du darfst allerdings jeweils maximal 90 Tage in den USA bleiben. 

Für die Bearbeitung und Genehmigung wird insgesamt eine Gebühr in Höhe von 14 US-Dollar erhoben. Alle Infos findest du auf der offiziellen ESTA-Seite.

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