Ausland nach dem Abi: Work and Travel, Praktikum, Au-pair im Vergleich

Nach dem Abi erst mal raus: Der Auslandsjahr-Vergleich

Fast die Hälfte der deutschen Abiturienten plant nach dem Abschluss erst mal eine Auszeit – in Form von Work and Travel, Auslandspraktikum oder Au-pair. Der reisereporter stellt dir die Möglichkeiten vor.

 Wie wäre es mit einer Auszeit in Form von Work and Travel, Au-pair oder Auslandspraktikum?
Yippie, endlich den Abschluss in der Tasche! Und nun? Work and Travel, Au-pair oder Auslandspraktikum?

Foto: unsplash.com/Eddy Billard

Du hast dein Abi in der Tasche und möchtest erst mal raus und die Freiheit genießen, nachdem du round about 13 Jahre lang die Schulbank gedrückt hast?

Das können wir verstehen und zeigen dir deshalb die coolsten Reisemöglichkeiten nach deinem Abschluss. 

Übersicht über coole Reisemöglichkeiten nach dem Abi.
Dies sind die coolsten Reisemöglichkeiten nach dem Abi, die wir dir jetzt genauer vorstellen. Foto: travelcircus

1. Work and Travel

Bei Work and Travel geht es vor allem darum, sich den Aufenthalt durch diverse Jobs unterwegs zu finanzieren. Dabei ist fast keine Variante so frei und flexibel wie diese. Du bist dein eigener Boss und entscheidest selbst, wie lange du dich an einem Ort aufhältst und wohin die Reise als Nächstes geht. 

Voraussetzungen für Work and Travel:

Um am Work-and-Travel-Programm teilnehmen zu können, wird das „Working-Holiday-Visum“ benötigt, das es dir erlaubt, bis zu zwölf Monate im jeweiligen Land Gelegenheitsjobs auszuführen. Bei der Beantragung musst du zwischen 18 und 30 Jahren alt sein. Unter bestimmten Bedingungen kann das Visum auch zusätzlich verlängert werden.

In Australien zum Beispiel um weitere zwölf und in Neuseeland um drei Monate. Hierfür musst du während deines ersten Aufenthaltes eine bestimmte Zeit (circa drei Monate) als Saisonarbeiter gearbeitet haben. 

Natürlich kann auch in den EU-Ländern ein Work-and-Travel-Jahr absolviert werden. Dann ist auch kein Visum nötig. 

Beliebte Ziele für Work and Travel:

Mehr als die Hälfte der Globetrotter zieht es nach Australien und Neuseeland – die Top-Plätze für Work and Travel. Dies ist sicherlich dem Fakt geschuldet, dass beide Länder mit exotischem Flair, wunderschönen Stränden und anderen Naturspektakeln glänzen.

So sind es Orte wie das australische Great Barrier Reef und die Great Ocean Road oder der Milford-Sound-Fjord in Neuseeland, die junge Erwachsene anlocken. 

Auf Platz drei der beliebtesten Länder für die Weltenbummler liegt Kanada. Um die 16 Prozent der Work-and-Traveller-Reisenden verschlägt es jährlich dorthin, wo sie von den zahlreichen klaren Seen und Flüssen, einsamen Nadelwäldern und Berglandschaften in den Bann gezogen werden.

Kosten für Work and Travel:

Eine Fernreise in Form von Work and Travel ist meist teuer. Entscheidend ist jedoch immer, wie ausgeglichen das Verhältnis von „Work“ und „Travel“ beim jeweiligen Reisenden ist und welcher Lohn gezahlt wird.

Travelcircus hat im Auslandsjahr-Vergleich zu den Kosten in der folgenden Übersicht die Vorab-Kosten, Preise vor Ort und Mindestlohn der drei beliebtesten Länder miteinander verglichen: 

Übersicht der Kosten in den beliebtesten Work-and-Travel-Ländern.
Übersicht und Preisvergleich der drei beliebtesten Work and Travel Ländern. Bei den angegeben Preisen handelt es sich stets um das günstigste Angebot bei einem Zeitraum von 12 Monaten. Foto: travelcircus

Obwohl Flugtickets und der Transport in Kanada im Vergleich zu den anderen Ländern preisgünstiger sind, kann ein Aufenthalt in Kanada unterm Strich etwa das Zehnfache einer Reise in Neuseeland kosten.

Woran das liegt? An dem Mindestlohn, der in Kanada weitaus geringer ist als in Australien und Neuseeland und bei 7,36 Euro die Stunde liegt.

Vorteile von Work and Travel: 

Der Grad an Unabhängigkeit ist bei dieser Variante des Reisens besonders hoch, da du deine Zeit bei Work and Travel ganz nach deinen eigenen Vorlieben gestalten kannst und an keinen Ort fest gebunden bist. Außerdem lernst du viele Gleichgesinnte und Einheimische beim Arbeiten und Rumreisen kennen.

Nachteile von Work and Travel:

Du brauchst ein gewisses Startkapital für deine Reise und bist darauf angewiesen, Jobs zu bekommen.

2. Au-pair

Wer direkt in das Leben und die Kultur in einem anderen Land eintauchen möchte, kann dies bei einer Au-pair-Reise tun. Untergebracht bei einer Familie im Land deiner Wahl, kannst du schnell einen Eindruck von der Mentalität des Landes bekommen, Teil einer Familie werden und nebenbei noch Geld verdienen.

Generell hast du bei einem Au-pair-Aufenthalt zwei Möglichkeiten: Entweder du organisierst dir eine Familie auf eigene Faust oder du schaltest eine Agentur ein, die zwischen Au-pair und Gastfamilie vermittelt und immer als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

In einigen Ländern, wie in den USA und der Schweiz, ist ein Au-pair-Aufenthalt nur über eine Agentur realisierbar, die dir das benötigte Arbeitsvisum ausstellt. Zu den beliebten Anbietern gehören AIFS und TravelWorks.

Aber es gibt mittlerweile auch einige Portale, bei denen du selbst Kontakt zu Familen in anderen Ländern aufnehmen kannst und wo auch ein Aufenthalt unter sechs Monaten möglich ist. So zum Beispiel bei dem Portal aupairworld.com. Hier findest du Familien aus aller Welt, die auf der Suche nach einem Au-pair sind.

Voraussetzungen für Au-pair: 

In den meisten Agenturen, die Au-pair-Aufenthalte anbieten, musst du gewisse Kriterien erfüllen. Die folgende Abbildung zeigt dir, welche. 

Bedingungen um Au Pair zu werden.

Neben den genannten Punkten brauchst du in den USA außerdem ein sogenanntes J1-Visum, das zwölf Monate gültig ist und dir erlaubt, in dem Land zu arbeiten und zur Universität zu gehen. 

Beliebte Destinationen für Au-pair:

Generell sind besonders englischsprachriche Länder beliebt, was nicht verwundert, da Englisch schon ab der Grundschule gelehrt wird und es somit vielen Leuten leichtfällt, die Sprache zu sprechen. Neben Ländern wie Kanada, Neuseeland, England und Irland sind auch die USA ganz vorn dabei.

Bei einem Aufenthalt in den USA kannst du sogar erste Uni-Luft schnuppern. Neben der Kinderbetreuung besuchen die Au-pairs circa drei Stunden pro Woche einen Kurs an der örtlichen Universität.

Aber auch Frankreich ist ein beliebtes Land und besonders ansprechend für deutsche Au-pairs, da für die Einreise kein Visum benötigt wird. Darüber hinaus hat das Land viel zu bieten: Großstadtfeeling in Paris, raue Natur in der Bretagne und südländisches Flair an der Côte d’Azur.

Kosten für Au-pairs:

Im Durchschnitt musst du mit 700 Euro Agenturgebühren rechnen. Hier sind oft Flug und Versicherung, zum Beispiel eine Reisekrankenversicherung, inklusive. Am besten, du vergleichst die verschiedenen Anbieter miteinander. 

Für Unterkunft und Verpflegung kommt dann die Gastfamile auf. Als Gegenleistung übernimmst du die Kinderbetreuung und gegebenenfalls den Haushalt und wirst zusätzlich mit einem wöchentlichen Taschengeld bezahlt. 

In den USA sind es in der Regel umgrechnet um die 174,61 Euro bei 45 Arbeitsstunden die Woche. Davon stehen 1,5 freie Tage wöchentlich zur Verfügung plus zehn Urlaubstage im Jahr. Das würde bei dem genannten Gehalt einen Jahresbetrag von 9.079,72 Euro ergeben. Ein Studienzuschuss von 500 US-Dollar kommt auch noch obendrauf, damit du an dem wöchentlichen Collegekurs teilnehmen kannst.

In Frankreich verdienst du im Schnitt 65 bis 90 Euro bei einer 30-Stunden-Woche mit einem freien Tag. In Frankreich hast du auch die Möglichkeit, nur für drei Monate, über die Sommerferien, in eine Famile zu gehen. 

Vorteile für Au-pairs: Du kannst direkt in das Leben und die Kultur einer Familie aus einem fremden Land eintauchen und nebenbei noch gutes Geld verdienen, dass du anschließend in eine Reise im Gastland investieren kannst. 

Nachteile für Au-pairs: Du bist an die Gastfamilie gebunden und von ihr abhängig. Große Reiseaktionen, außer mit der Familie zusammen, sind erst nach dem Au-pair-Aufenthalt möglich.

3. Auslandspraktikum

Wer seinen Lebenslauf aufwerten, Berufserfserfahrung sammeln möchte und trotzdem gleichzeitig ein Abenteuer erleben will, für den ist vielleicht ein Auslandspraktikum das Richtige. 

Die Frage, die hier im Vordergrund steht, ist: In welchem Bereich willst du gern Praxiserfahrung sammeln? Das schränkt die Suche in vielen Fällen nämlich schon ein, da einige Länder für bestimmte Berufsbereiche mehr infrage kommen als andere. 

Es gibt auch Webseiten, die spezielle Auslandspraktika anbieten, bei denen gleichzeitig eine Unterkunft und ein Ansprechpartner vor Ort gestellt wird. Eine beliebte Seite ist hier praktikawelten.de.

Voraussetzungen für ein Auslandspraktikum:

Du musst einen geeigneten Praktikumsplatz finden, für den du dich mit Lebenslauf, Motivationsschreiben und gegebenenfalls weiteren Unterlagen bewirbst.

Beliebte Ziele für Auslandspraktika:

Zu den beliebten Destinationen gehören nach Angaben von „Travelcircus“ England, China und Argentinien – Länder, die wichtige Arbeitsmärkte abdecken. 

So eignet sich England ideal für Praktika im Bereich IT, Webdesign, Marketing und PR, Journalismus, Film, Radio und Multimedia. Passende Städte für diese Branchen sind London, Brighton und Manchester. Und auch kulturell und landschaftlich hat England eine Menge zu bieten.

In deiner Freizeit kannst du zum Beispiel die Pubszene Englands entdecken und Sehenswürdigkeiten wie den Big Ben bestaunen, während du ganz traditionell Fish and Chips isst.

Oder du machst ein Auslandspraktikum in Argentinien, dem zweitgrößten Land Südamerikas, das beliebt für Praktika im Bereich Kultur, Tourismus oder Landwirtschaft ist. Ob zum Beispiel als Hilfskraft im Kulturzentrum, im Hotel oder bei der Bewirtschaftung von Landflächen, bleibt dir überlassen.

Du solltest dir bei deinem Aufenthalt auf jeden Fall nicht die wunderschöne Landschaftskulisse entgehen lassen. Ein Besuch der Iguaçu-Fälle, der größten Wasserfälle weltweit, und ein Trip in die Hauptstadt Buenos Aires sind ein Muss!

Noch interessant zu wissen: Du brauchst für Argentinien nicht zwingendermaßen ein Visum – ein Stempel im Reisepass ist ausreichend für einen dreimonatigen Aufenthalt bei unbezahltem Praktikum.

Eine andere Alternative für ein Praktikum wäre China – ein Land, das sich von der europäischen Kultur unterscheidet, zugleich aber hoch angesehen auf dem Arbeitsmarkt ist und sich gut auf dem Lebenslauf macht.

Shanghai bietet zum Beispiel viele Praktikumsplätze im Bereich Maschinenbau, Marketing, Elektrotechnik und Ingeneurswesen an. Peking eignet sich für Prakitka im Bereich Finanz- und Bankwesen sowie Versicherung und Telekommunikation.

Wer in den Bereich Logistik, Facility-Management oder auch Bankwesen und Versicherung reinschnuppern möchte, sollte Angebote in Hongkong abchecken. 

Neben interessanten Jobmöglichkeiten gibt es in China auch allerhand zu entdecken. Beliebte Ausflugsziele: die Chinesische Mauer, die Terrakotta-Armee und die Verbotene Stadt.

Jedoch kann es sich schwierig gestalten, das Arbeitsvisum (Z-Visum) zu bekommen. Wer ein unbezahltes Praktikum macht, kann das Z-Visum umgehen und ein F-Visum beantragen. Mit diesem darfst du bis zu sechs Monate im Land bleiben – aber ohne Vergütung für deine Tätigkeiten. 

Kosten für Auslandspraktika:

Die Kosten, die bei dieser Reise fällig werden, sind unter anderem Versicherungen, Verpflegung, Unterkunft, Internet, Handy-SIM und gegebenenfalls Visa-Gebühren.

Außer, du organisiert dein Praktikum über einen Auslandspraktikum-Anbieter, dann werden mit den Agenturgebühren oft einige der oben genannten Kosten abgedeckt. 

Vorteile eines Auslandspraktikums:

Wer gern direkt nach der Schule Berufserfahrung sammeln will, aber gleichzeitig das Kennenlernen einer neuen Kulur nicht missen möchte, der kann beide Punkte mit einem Auslandspraktikum verbinden und davon profitieren.

Außerdem kannst du wichtige Kontakte in der für dich interessanten Branche knüpfen. 

Nachteile eines Auslandspraktikums: 

Unter Umständen die teuerste Art des Auslandsaufenthaltes nach dem Abi, da nicht jedes Praktikum vergütet wird und die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Freizeitaktivitäten trotzdem bezahlt werden müssen.

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