Kreuzfahrt: Carnival zahlt 20-Millionen-Strafe für Umweltverschmutzung

Umweltverschmutzung: Carnival muss 20 Millionen zahlen

Die Kreuzfahrtschiffe von Princess Cruises entsorgen illegal Müll und Abwasser im Meer – für diese Umweltsünde muss Carnival Corp. jetzt 20 Millionen Dollar Strafe zahlen. Das entschied ein US-Gericht.

Ein Kreuzfahrtschiff der Princess Cruise Lines im Glacier-Bay-Nationalpark in Alaska.
Ein Kreuzfahrtschiff der Princess Cruise Lines im Glacier-Bay-Nationalpark in Alaska – dort soll die Reederei unerlaubt Grauwasser abgelassen haben.

Foto: imago images/Design Pics/Jeff Schultz

„Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.“ Das Zitat von Hans Magnus Enzensberger mag ausgelutscht klingen – beim Lesen dieser Nachrichten drängt es sich trotzdem wieder auf. Denn mit diversen Umweltsünden bedrohen zumindest die Schiffe der Carnival Corp. die fragilen Ökosysteme, die auf den Kreuzfahrten angesteuert werden.

Bereits im Jahr 2016 musste Carnival 40 Millionen Dollar Strafe für Umweltvergehen der Tochter Princess Cruises zahlen. Zu der Strafe gehörten auch Bewährungsauflagen – und gegen die hat Carnival verstoßen. Das gab der CEO Arnold Donald „CTV News“ zufolge vor Gericht zu. 

Abwasser und Plastikmüll: So verschmutzen Kreuzfahrtschiffe von Princess Cruise Lines das Meer

Kreuzfahrtschiffe der Princess Cruise Lines hatten sogenanntes Grauwasser, das beispielsweise beim Duschen entsteht, ins Meer geleitet und dieses Vergehen vertuscht. Das schmutzige Abwasser gelangte so auch in geschützte Gebiete wie den Glacier-Bay-Nationalpark in Alaska.

Auch das Entsorgen von Plastikmüll zusammen mit Speiseresten gehört zu den Umweltsünden der Reederei. Schon 2016 gelobte das Unternehmen Besserung. Und auch jetzt beteuerte Arnold Donald erneut, „einen Plan zu formulieren, der unsere Mängel behebt“.

Bei einer früheren Anhörung hatte die Richterin Patricia Seitz sogar gedroht, die mehr als 100 Kreuzfahrtschiffe von Carnival Corp. von den US-Häfen zu verbannen. Sie will, dass das angeklagte Unternehmen sein Verhalten ändert – und schließt auch Haftstrafen für Einzelne nicht aus.

Strafe und Auflagen: Die Konsequenzen von Carnivals Umweltsünden

Vorerst muss das Unternehmen aber „nur“ 20 Millionen Dollar Strafe zahlen und sich an neue Auflagen halten. Dazu gehören zusätzliche Kontrollen, überarbeitete Ausbildungsprogramme, ein besseres Meldesystem für Verletzungen der Umweltregeln und besseres Abfallmanagement.

Zudem wurden als Deadlines für erste Pläne und Veränderungen der 13. September und der 9. Oktober anberaumt. Bei Nichteinhalten muss Carnival pro Tag eine Million Dollar zahlen. 

Ein weiterer Punkt sieht vor, Einwegprodukte und -verpackungen an Bord der Carnival-Flotte drastisch zu reduzieren. Setzt der Kreuzfahrt-Riese diesen Vorsatz bereits um? Zumindest finden Carnival-Passagiere die Butter jetzt nicht mehr einzeln in Alufolie verpackt am Buffet.

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