Nachhaltig fliegen? KLM baut dafür ein Flugzeug in V-Form

Nachhaltig fliegen? KLM baut ein Flugzeug in V-Form

Fliegen und nachhaltiges Reisen: Diese Begriffe schließen sich eher aus – noch. Denn die Airline KLM will zusammen mit der Technischen Universität Delft Flugreisen nachhaltiger Machen. Mit dem „Flying-V“.

Entwurf des Flugzeugs „Flying-V“ mit Kabinen über den Flügeln.
Das „fliegende V“ soll die Flugindustrie revolutionieren – und nachhaltiger machen.

Foto: KLM

Wenn du jemanden aufforderst, ein Flugzeug aus dem Kopf zu malen, könnte das vermutlich jeder Fünfjährige ohne Probleme. Meistens sieht das dann ungefähr so aus: ein schmaler Rumpf mit Fenstern, rechts und links je ein Flügel.

Doch die Technische Universität in Delft will das Aussehen – und den Kraftstoffverbrauch – von Flugzeugen drastisch verändern. Unterstützung bekommt das Team um Professor Henri Werij seit Neuestem von der niederländischen Fluggesellschaft KLM.

Das Flugzeug namens „Flying V“ soll, wie der Name es vermuten lässt, wie ein V aussehen. Dabei sind die Passagierkabine, der Frachtraum und die Kraftstofftanks in die Flügel integriert.

20 Prozent weniger Kerosin-Verbrauch durch die V-Form?

Die Maschine soll genauso viele Passagiere befördern können wie der Airbus A350-314 in der Standardausführung, dabei aber kleiner und aerodynamischer sein sowie 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen.

Zum 100-jährigen Jubiläum von KLM im Oktober sollen ein erstes, maßstabgetreues Modell und die Innenaussstattung präsentiert werden, das teilte die Airline am Montag mit.

Das V-Flugzeug soll vor allem auf Langstreckenflügen zum Einsatz kommen. Nach aktuellem Stand soll es zwar nach wie vor mit Kerosin betrieben werden. Es soll aber einfach an aktuellste Entwicklungen von alternativen Antrieben angepasst werden können – beispielsweise, indem der Flieger auf elektrische Turbopropeller umrüstet.

„Flying-V“ von KLM und TU Delft soll das Fliegen nachhaltiger machen

Roelof Vos, Projektleiter der TU Delft, sagte gegenüber „CNN“: „Die Flugindustrie trägt rund 2,5 Prozent zum globalen CO2-Ausstoß bei, und die Industrie wächst weiter. Wir müssen uns also wirklich um nachhaltigere Flugzeuge kümmern.“ Derzeit seien Airlines nicht in der Lage, einfach auf Elektromobilität zu setzen: Flugzeuge seien einfach zu schwer und man könne mit ihnen (noch) nicht über den Atlantik fliegen. 

Der erste Entwurf stammt übrigens aus Deutschland: vom Studenten Justus Benad, der damals noch an der TU Berlin studiert hat. Weiterentwickelt wurde die Idee von Forschern der TU Delft in den Niederlanden.

Bis du mit dem „Flying-V“ wirklich fliegen kannst, dürften aber noch einige Jahre vergehen: Das Flugzeug soll erst zwischen 2040 und 2050 im normalen Flugverkehr unterwegs sein.

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