7 Dinge, die du beim Johannesburg-Besuch machen musst

7 Dinge, die du beim Johannesburg-Besuch machen musst

Johannesburgs Charme ist schwerer als derjenige von Cape Town zu entdecken – aber reisereporter-Local Johannes weiß, wie du es schaffst. Und danach wird dich die Stadt nicht mehr loslassen.

Johannes Dieterich
Johannesburg hat Charme – du musst ihn nur ein wenig mehr suchen als zum Beispiel den von Kapstadt.
Johannesburg hat Charme – du musst ihn nur ein wenig mehr suchen als zum Beispiel den von Kapstadt.

Foto: imago/robertharding

1. Triff die Locals

Johannesburgs Charme beruht nicht auf landschaftlicher Schönheit, sondern auf der Vielfältigkeit und Dynamik seiner Bevölkerung. Joburg (auch Jozi genannt) lernst du in den Begegnungen mit den Joburgern lieben, die keineswegs – wie der Ruf der Metropole glauben macht – samt und sonders Verbrecher sind.

Die sicherste und direkteste Annäherung an die sich ständig verändernde Stadt ermöglicht eine Führung mit „Joburg Places“, die zwar etwas kostspieliger, dafür aber maßgeschneidert ist: Du kannst deinen Schwerpunkt auf den quirligen Fashion-Distrikt, die Bankenwelt oder das hippe Maboneng legen.

Für Abenteuerlustige bietet „Ndlala Dje“ eine Tour durch das berüchtigte Immigrantenviertel Hillbrow an, einschließlich des sagenumwobenen Ponte-Wohnturms. Wer lieber etwas Abstand wahren will, nimmt den roten „Hop-on-hop-off-Bus“, der dich von einer Sehenswürdigkeit zur anderen chauffiert.

2. Eine Township besuchen

Das obligatorische Kontrastprogramm ist ein Besuch der Township Soweto, von der der schwarze Widerstand gegen die weiße Vorherrschaft ausging. Hier lebten Nelson Mandela und Erzbischof Tutu, von hier aus nahm auch der Schüleraufstand 1976 seinen Lauf.

In der weit über eine Million Einwohner zählenden Siedlung solltest du auf jeden Fall mit einem der zahllosen spezialisierten Tour-Anbieter unterwegs sein: Etwa mit „Lebo’s Backpackers“, der Rundgänge zu Fuß, auf dem Fahrrad oder mit dem Tuk-Tuk inklusive Lunch anbietet.

Wenn du willst, kannst du bei Lebo’s sogar eine Nacht mit Geschichtenerzählen am Lagerfeuer verbringen. Abzuraten ist von Touren, die einen Besuch im Apartheidmuseum einschließen: Dafür solltest du dir allein einen guten halben Tag mit anschließender Verarbeitungszeit nehmen.

Soweto, Johannesburg.
Die größte Township Südafrikas liegt am Rande von Johannesburg. (Symbolfoto) Foto: imago/Zuma Press

3. Das Apartheidmuseum besuchen

Denn das Apartheidmuseum ist sowohl zeitlich wie inhaltlich eine „harte Kost“: Es ist dermaßen mit Fotos, Texten, Filmdokumenten und historischen Gegenständen angefüllt, dass dir nach ein paar Stunden garantiert der Kopf brummt.

Das Thema ist auch nicht gerade dazu angetan, deine Stimmung zu heben. Und doch wäre es ein Verbrechen, den Besuch des aufrüttelnden Museums bei einem Johannesburg-Aufenthalt auszusparen.

Die jüngere Geschichte ist in Südafrika noch immer allgegenwärtig: Wenn du nicht durch die erschütternde Tortur des Apartheidmuseums gegangen bist, wirst du nichts von dem Land verstanden haben.

Das Apartheidmuseum ist ein Muss.
Das Apartheidmuseum ist ein Muss. Foto: imago images/photothek

4. Durchs Szene-Viertel Maboneng schlendern

Zum Ausgleich danach etwas Erholsameres: Etwa ein Besuch im Szene-Viertel Maboneng, wo sich das neue Südafrika, die ansonsten ziemlich flüchtige Regenbogennation, so bunt und vergnügt wie nirgendwo anders präsentiert.

Das ehemalige Fabrik-Gebiet wurde in den vergangenen Jahren zu Jozis „Kiez“ aufgemöbelt: mit zahllosen Kneipen, Restaurants und Galerien, einem kleinen Off-Kino und Live-Musik-Bars. Maboneng ist vor allem freitag- und samstagabends zu empfehlen. Jeden Samstag findet aber auch tagsüber ein bunter Straßenmarkt mit Getränken und Essen statt.

5. Die goldene Geschichte entdecken

Obwohl Joburg seine ganze Existenz dem Gold verdankt, gibt es merkwürdigerweise kein hochkarätiges Museum, das dem edlen Metall gewidmet ist. Am ehesten könnte dieses Attribut noch Gold Reef City für sich beanspruchen: Doch die dortige Museums-Mine ist in einen Vergnügungspark integriert…

Einen Großteil der „goldenen“ Geschichte Johannesburgs kannst du allerdings bei einer Tour durch den Mining-Distrikt der Stadt (vor allem Marshall-Street und die ehemalige Ferreira-Mine in den Untergeschossen des heutigen Hauptquartiers der Standard Bank) entdecken.

Oder du machst dich am Wochenende auf den Weg in die 40 Kilometer vom Stadtzentrum entfernte alte Kroomdrai-Mine. Wenn du es wirklich ernst meinst, kannst du auch einen Besuch in einer noch tätigen Mine über Ekala Eco Tours organisieren.

6. Ab in die Shopping-Mall

Um den zeitgenössischen südafrikanischen Lebensstil zu erfahren, musst du unbedingt einmal in einer der zahllosen Shopping-Malls gewesen sein – und warum nicht gleich in der verrücktesten von allen: dem „Montecasino“ in dem ganz im Norden Johannesburgs gelegenen Stadtteil Fourways.

In einem Teil des einem toskanischen Städtchen nachempfundenen Einkaufs- und Vergnügungszentrums ist es immer Tag, im anderen immer Nacht: Empfindsamen Besuchern stehen ob der Fake-Atmosphäre die Haare zu Berge.

Zu den Attraktionen gehört ein Casino, zahlreiche Kinos und das fast 2.000-sitzige „Teatro“, in dem Konzerte, Kabaretts, Musicals oder sogar Eis-Revuen aufgeführt werden. Natürlich gibt es im Montecasino auch alle möglichen Bars und Restaurants.

7. Zur Wiege der Menschheit fahren

Falls du mehr als drei Tage in Joburg bist, solltest du die Stadt auf keinen Fall verlassen, ohne auch deinen Urahnen einen Besuch abgestattet zu haben: In der eine knappe Autostunde vom Stadtzentrum entfernten und zum Weltkulturerbe erklärten „Wiege der Menschheit“, wo die ältesten Überreste von Vormenschen und Hominiden gefunden wurden.

Unter ihnen ist „Little Foot“: eine zwischen 2,5 und 3,67 Millionen Jahre alte Australopithecus-Frau, die nur 130 Zentimeter groß war, bereits aufrecht ging, aber auch noch gut in den Bäumen klettern konnte. Little Foots versteinerte Knochen sind fast komplett präserviert: das besterhaltene Skelett eines Vormenschen überhaupt.

In den vergangenen Jahren wurden in und um Sterkfontein so viele Überreste unserer Vorfahren wie nirgendwo anders auf der Welt gefunden. Mit einem Besuch in der Höhle von Sterkfontein und dem Visitor Centre von Maropeng kannst du dich auf eine Zeitreise zurück zu deinen Ursprüngen begeben, die du in deinem Leben nie mehr vergessen wirst.

Im Maropeng Visitors Centre machst du eine Reise zur Wiege der Menschheit.
Im Maropeng Visitors Centre machst du eine Reise zur Wiege der Menschheit. Foto: imago images/robertharding

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