Australien: Dingo zerrt Kind aus Camper-Van auf Fraser Island

Fraser Island: Dingo zerrt Kleinkind aus Camper-Van

Die australische Insel Fraser Island ist bekannt für kilometerlange Sandstrände, kobaltblaue Seen – und Dingos. Einem Jungen (1) wurden die Wildhunde zum Verhängnis: Er wurde im Schlaf gebissen und weggezerrt.

Ein Dingo am Strand von Fraser Island in Queensland, Australien.
Dingos fühlen sich auf Fraser Island auch am Strand wohl.

Foto: imago images/imagebroker

Es ist ein Anblick, den er so schnell nicht vergessen wird: Mitten in der Nacht wird Luke A. von den Schreien seines 14 Monate alten Sohnes Hunter geweckt. Luke rennt aus dem Camper-Van – mit dem die junge Familie Urlaub auf Fraser Island macht – und sieht, wie Hunter von einem wilden Dingo ins dunkle Gebüsch gezerrt wird. 

Dieser Vorfall ist fast zwei Monate her. Doch erst jetzt erzählen Luke und seine Frau Sarah all die Details jener Horrornacht dem australischen Sender „9 News“.

„Da war sehr viel Blut“, erinnern sich die Eltern in dem Interview. „Seine Schreie wurden schon langsam leiser.“ Der Dingo hatte seine Zähne in Hunters Nacken und Hinterkopf gegraben, doch als Luke in der pechschwarzen Nacht seinem Sohn zu Hilfe eilte, ließ der Dingo von dem Kleinen ab. 

Vater rettet Sohn (1) aus den Klauen von Dingos auf Fraser Island

Doch da war die Aufregung für Luke nicht vorbei: „Ein Rudel hat mich umzingelt. Es fühlte sich an, als wollten sie uns gleich angreifen… Es war stockdunkel.“ Schließlich schafften es Vater und Sohn zusammen zurück in den Camper-Van der Familie, wo Mutter und Großmutter schon völlig aufgelöst warteten. 

Großmutter Shaurne rief den Notarzt, der nach wenigen Minuten vor Ort war – „auch wenn es sich wie eine Stunde anfühlte“. Mit dem Hubschrauber wurde Hunter nach Hervey Bay geflogen und von dort in ein Kinderkrankenhaus nach Brisbane gebracht.

Eigentlich wollten Luke und Sarah gemeinsam mit Hunter, der Tochter Harper (4) und Sarahs Mutter Shaurne einen entspannten Familienurlaub über Ostern verbringen. Auch, wenn Hunter mittlerweile wieder völlig gesund ist und die Bisswunden geheilt sind – die Angst, dass er den Angriff nicht überlebt, wird für seine Eltern die stärkste Erinnerung an den Trip bleiben.

Dingos auf Fraser Island

Dingos sind in ganz Australien verbreitet, auf Fraser Island sollen sie aber aufgrund der Abgeschiedenheit vom Festland besonders reinrassig sein. Rund zwei Dutzend Dingo-Rudel sollen die Insel bevölkern, für die rund 400.000 Touristen im Jahr sind sie ein gern gesehener Anblick – den die Urlauber nur aus sicherer Entfernung genießen sollten. 

Denn Dingos gelten besonders bei der Futtersuche als sehr aggressiv. Sie sehen zwar aus wie Haushunde, sind aber wild und folgen ihren urzeitlichen Instinkten. 

Der Angriff auf Hunter ist bislang die dritte Dingo-Attacke auf Fraser Island in diesem Jahr. Parkaufseher warnen davor, dass Dingos besonders Campingplätze nach Lebensmitteln absuchen und ihre Angst vor Menschen immer mehr ablegen. Einige Zeltplätze sind deshalb mit Zäunen gesichert.

Rangerin Linde Behrendorff erklärt gegenüber „News.com.au“, dass Dingos sich ganz einfach Zugang zu Zelten verschaffen könnnen: Sie können sogar Reißverschlüsse und Kühlschränke öffnen, um zu bekommen, was sie wollen.

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