Die Videos des Unfalls in Venedig zeigen erschreckende Szenen. Zu sehen ist, wie der Kreuzfahrtriese „MSC Opera“ der Reederei MSC Cruises deutlich zu schnell und im falschen Winkel auf die Anlegestelle des Hafens zusteuert und dann mit einem deutlich kleineren Ausflugsboot kollidiert.

„MSC Opera“ rammt Touristen-Boot in Venedig

Panisch rennen die Menschen am Steg davon, während das Schiffshorn unaufhörlich betätigt wird, um vor der Gefahr des nahenden Crashs zu warnen.

An Bord des Touristen-Bootes „River Countess“, das für mehrtägige Ausflugsfahrten um Venedig und auf dem Fluss Po verwendet wird, wurden zwei Personen durch den Unfall verletzt, weitere Personen wurden zur Untersuchung in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Das berichtet die italienische Zeitung „Corriere della Sera“.

An Bord des Ausflugsschiffs sollen rund 130 Menschen gewesen sein. Die „MSC Opera“ hat Platz für mehr als 3.500 Passagiere.

Motorschaden an MSC-Kreuzfahrtschiff Schuld am Crash

Grund für den Unfall an diesem Sonntagmorgen war ein Motorschaden, das teilte Davide Calderan, der Präsident der Schlepperfirma „Rimorchiatori Uniti Panfido“, mit.

Der Defekt habe dazu geführt, dass die Schiffsmaschine beschleunigt habe, statt abzubremsen. Zwei Begleit-Schlepper hätten noch versucht, die Fahrt zu bremsen. Doch eine der Schleppketten sei unter der Kraft gerissen.

Der Unfall ereignete sich im Kanal von Giudecca am historischen Zentrum der Stadt. Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro bestätigte auf Twitter, dass ein Schiff die Anlegestelle gerammt habe. 

Streit um Kreuzfahrtschiffe in Venedig durch Crash angeheizt

Der seit Jahren schwelende Streit um Kreuzfahrtschiffe in Venedigs Lagune wurde durch den Unfall neu befeuert. Brugnaro twitterte: „Wir sagen schon seit Jahren, dass sie nicht mehr in San Marco ankommen dürfen.“

Bisher fahren Kreuzfahrtschiffe im Kanal von Giudecca mit Blick auf Sehenswürdigkeiten wie den Markusplatz. Geplant ist, dass die besonders große Kreuzfahrtschiffe eine weniger spektakuläre Route um die Stadt fahren und in der Industriegegend Marghera anlegen.

Doch über dieses Projekt wird seit Jahren debattiert. Die Unesco hat Venedig bereits gewarnt, dass die Riesenkreuzer das Welterbe gefährdeten.