Die Bilder sind atemberaubend: Die feurrote Lava spritzt durch den Nachthimmel im Nordosten von Sizilien und läuft gemächlich den Hang herunter. Der Ätna gilt als aktivster Vulkan Europas, spuckt immer wieder Aschewolken aus und bringt die Erde zum Beben.

Vulkan Ätna bricht aus

In der Nacht vom 29. auf den 30. Mai stellte der Ätna seine Aktivität mal wieder unter Beweis. Mit einem Erdbeben der Stärke 2,8 und einer spektakulären Lava-Fontäne zeichnete er ein Feuerspektakel in den Nachthimmel der Insel im Mittelmeer. 

Zwei große Magma-Ströme flossen daraufhin in südöstliche Richtung zum Valle del Bove. Sowohl das Beben, als auch die Eruption selbst stellten keine Gefahr für die Bevölkerung dar. Die Aktivität des Vulkans ist bereits wieder zurückgegangen. Trotzdem steigt nach wie vor eine große Rauchwolke aus dem Krater empor.

Forscher befürchten Tsunami durch Erdrutsch

Der Ätna birgt aber möglicherweise noch ein viel größeres Risiko als seine permanente Aktivität. Denn die Flanke des Vulkans rutscht immer weiter ab, zwischen drei und fünf Zentimetern pro Jahr. Dabei geschehen diese Erdrutsche nicht langsam, sondern ruckartig, berichtet der „Merkur“.

Eine Studie legt nun nahe, dass diese kleinen Abrutschungen ein Vorbote eines großen Rutsches sein können. Sollte das passieren, könnte der Ätna mit einer Gesteinsverschiebung unter der Meeresoberfläche für einen verheerenden Tsunami im Mittelmeer sorgen. Wie hoch das Gefahrenpotenzial des Vulkans wirklich ist, ist jedoch noch größtenteils unklar.