Donau-Unglück: Wie sicher sind Ausflugsschiffe?

Donau-Unglück: Wie sicher sind Ausflugsschiffe?

Das tödliche Donau-Unglück macht fassungslos. Und es führt zu den Fragen: Wie sicher sind solche Ausflugsschiffe generell? Kann sich ein solches Unglück wiederholen? Der reisereporter hat nachgehakt.

Das Ausflugsschiff „Hableany“ liegt nach dem Crash auf dem Grund der Donau.
Das Ausflugsschiff „Hableany“ liegt nach dem Crash auf dem Grund der Donau.

Foto: imago images/Xinhua

Der Schiffscrash in Budapest hat mindestens sieben Menschenleben gefordert. Das Ausflugsschiff „Hableany“ krachte während einer abendlichen Touristentour auf der Donau mit einem Flusskreuzfahrtschiff zusammen und ging in wenigen Sekunden unter

Wie wahrscheinlich ist es, dass sich ein solches Unglück wiederholt? Und was passiert im Ernstfall auf einem Ausflugsschiff? Und gibt es eigentlich Sicherheitseinweisungen auf kurzen Schiffsausflügen?

Der reisereporter hat dazu mit dem Geschäftsführer der Frankfurter Personenschiffahrt, Anton Nauheimer, gesprochen. Das Unternehmen bietet mit insgesamt fünf Schiffen Ausflugsfahrten auf dem Rhein und dem Main an.

Anton Nauheimer ist Geschäftsführer der Frankfurter Personenschiffahrt.
Anton Nauheimer ist Geschäftsführer der Frankfurter Personenschiffahrt. Foto: Daniel Kaiser

Gibt es Sicherheitseinweisungen bei Schiffsausflügen?

Wir kennen Sicherheitseinweisungen aus Flugzeugen und von Kreuzfahrtschiffen. Die Seenot-Rettungsübung ist bei Übernacht-Touren und mehrtägigen Flusskreuzfahrten Pflicht. Sie umfasst das Abspielen des Alarmtons, das Aufsuchen von Sammelpunkten und das Anlegen der Rettungswesten.

Alle Passagiere müssen teilnehmen. So wird sichergestellt, dass im Notfall alle bestmöglich vorbereitet sind. Gibt es solche Einweisungen auch auf Ausflugsschiffen?

Tatsächlich nicht, sagt Nauheimer: „Bei diesen Schifffahrten sind Sicherheitseinweisungen nicht üblich.“ Es gebe jedoch Aushänge mit Sicherheitshinweisen, die zum Beispiel die Fluchtwege und Sammelstellen aufzeigen.

Welche Rettungsmittel gibt es an Bord von Ausflugsschiffen?

Das Schiffspersonal sei selbstverständlich für Notfälle geschult, so Nauheimer. „Zudem gibt es Rettungsmittel wie Rettungsringe und Feuerlöscher an Bord“, sagt der Experte. Außerdem gebe es auf den Schiffen Rettungswesten für jeden Passagier – „sogar zehn Prozent mehr als für die maximale Personenanzahl nötig wären“. 

Getragen werden die Westen aber nicht. „Die Westen werden nicht ausgegeben, wenn die Passagiere an Bord gehen“, so Nauheimer. Auch die südkoreanischen Touristen auf dem Unglücksschiff in Budapest trugen keine.

Was passiert bei einem Notfall auf einem Ausflugsschiff?

Wenn es zu einem Notfall kommt, dann löst der Schiffsführer Alarm aus. Die Passagiere müssen sich dann zum Sammelpunkt begeben, dort werden Rettungswesten ausgegeben. In Budapest blieb dafür keine Zeit mehr.

Wie sicher sind Ausflugsschiffe?

„Dieser Vorfall hat uns sehr betroffen gemacht. Ich habe ein Unglück in diesem Umfang in der kommerziellen Binnenschifffahrt noch nie erlebt“, so Nauheimer. Generell seien Ausflugsschiffe „sehr sicher“.

Dass die Situation in diesem Fall so verheerend war, hing auch mit der Größe der beiden Schiffe zusammen, so der Experte. Die nur 27 Meter lange „Hableany“ wurde von der 135 Meter langen „Viking Sigyn“ gerammt – keine Chance für das kleine Ausflugsschiff. Es kippte zur Seite und sank in nur sieben Sekunden.

Im Fall weniger schlimmer Unfälle sorgen unter anderem die Schotten – Trennwände mit verriegelbaren Luken – für die Sicherheit der Schiffe. Wenn eine Wand beschädigt wird und es ein Leck gibt, werden sie heruntergelassen. Das soll das (weitere) Eindringen von Wasser verhindern. 

Die Schotträume befinden sich unterhalb des Personendecks. „Bis 2007 musste ein Schiff schwimmfähig bleiben, wenn ein Schottraum voll lief. Seither muss das auch bei zwei Räumen noch der Fall sein“, so Nauheimer.

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