Webcam filmt Crash auf der Donau – Touristenschiff sinkt in 7 Sekunden

Unglück auf der Donau – Touristenschiff sinkt in 7 Sekunden

Tragödie in Budapest: Ein Ausflugsschiff krachte auf der Donau gegen ein Flusskreuzfahrtschiff und ging in wenigen Sekunden unter. Mindestens sieben Menschen starben, etliche werden noch vermisst.

Das Touristenschiff „Hableany“ versank vor dem Budapester Parlament in der Donau. Etliche Menschen werden noch vermisst.
Das Touristenschiff „Hableany“ versank unter der Margaretenbrücke in der Donau. 21 Menschen werden noch vermisst.

Foto: Polizei Budapest

Es ist eine der schlimmsten Schifffahrtskatastrophen in der jüngeren Geschichte Ungarns: Mindestens sieben Menschen sind bei dem Schiffsunglück in Budapest ums Leben gekommen. 21 weitere Personen werden noch vermisst – doch sie dürften kaum mehr lebend geborgen werden.

Am Mittwochabend gegen 21 Uhr stieß das Ausflugsschiff „Hableany“ (auf Deutsch: Nixe) unter der Margaretenbrücke mit dem Flusskreuzfahrtschiff „Viking Sigyn“ zusammen.

Webcam in Budapest filmt Schiffs-Crash auf der Donau

Aufgrund der Wucht des Aufpralls kippte die „Hableany“ auf die Seite und versank innerhalb von nur sieben Sekunden im Fluss, das teilten die Behörden vor Ort mit. Die Webcam des Parlamentes hat den Moment des Unglücks gefilmt.

An Bord waren 35 Menschen, unter ihnen 33 Südkoreaner sowie zwei ungarische Besatzungsmitglieder, der Kapitän und ein Matrose. Das berichtet das Portal „Index.hu“. 

Die Touristen hatten nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap eine Sechs-Länder-Reise nach Osteuropa gebucht. Die meisten sollen zwischen 40 und 50 Jahre alt gewesen sein, auch ein sechsjähriges Kind war an Bord. 

Das 27 Meter lange Unglücksschiff „Hableany“ hat Platz für bis zu 60 Passagiere und gehört dem Budapester Schifffahrtsunternehmen Panorama Deck. Wann und wie das Wrack aus der Donau geborgen werden kann, steht aufgrund der schlechten Wetterbedingungen noch nicht fest.

Das Flusskreuzfahrtschiff „Viking Sigyn“ fährt unter Schweizer Flagge und hat den Heimathafen Basel, das berichtet der „Blick“. Die Reederei Viking River Cruises teilte mit, dass auf dem Schiff niemand verletzt wurde.

Suche nach Vermissten in der Donau ist schwierig

Die Suche nach den Vermissten – 19 Passagiere sowie die zwei Crew-Mitglieder – mithilfe von Tauchern wird fortgesetzt, sie gestaltet sich aber als sehr schwierig. Heftige Regenfälle haben seit Anfang Mai den Wasserstand der Donau ansteigen lassen, die Strömung ist enorm. Außerdem beträgt die Wassertemperatur nur etwa 15 Grad. 

Sieben der Touristen konnten unmittelbar nach dem Unglück verletzt aus der Donau geborgen werden, sie kamen mit Unterkühlung Krankenhaus. Die Hoffnung, die am Donnerstagnachmittag nach wie vor 21 Vermissten noch lebend zu finden, schwindet.

Warum stießen die Schiffe auf der Donau zusammen?

Zur Unglücksursache machten die Behörden folgende Angaben: Das Ausflugsschiff sei unter der Margaretenbrücke vor das größere Kreuzfahrtschiff gebogen, wodurch es zu der Kollision kam. Warum die „Hableany“ das tat, ist noch unklar. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen unbekannt wegen Gefährdung mit massenhafter Todesfolge ein.

Hätte das Unglück auf der Donau verhindert werden können? 

Ausflugsfahrten per Schiff sind in Budapest bei Touristen beliebt. Vor allem am Abend kommt es daher zu einem hohen Verkehrsaufkommen auf der Donau – denn dann sind die prächtigen Sehenswürdigkeiten wie Burg, Brücken und Parlament stimmungsvoll beleuchtet.

Dass es nun zu diesem Unglück kam, ist für einige Experten nicht unbedingt eine Überraschung, so berichtet es das Portal „Index.hu“. „Es war nur eine Frage der Zeit“, sagt ein Bootsmann. „In unseren Kreisen wurde schon häufiger darüber geredet, dass das eigentlich sehr gefährlich ist, aber dass es eben so weitergehen wird, bis es zu einer Tragödie kommt – wie sie jetzt eingetreten ist.“

Der südkoreanische Reiseveranstalter Verygoodtour entschuldigte sich für das Unglück. Das Unternehmen werde alles tun, um den Opfern und deren Familien zu helfen, sagte der Leiter des Kundenservice, Lee Sang Moo, im südkoreanischen Fernsehen.

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