Auf Konzerten gibt es drei Besucher-Typen: diejenigen, die laut mitsingen, die stillen Genießer – und solche, für die die Musik eher Hintergrundgedudel für ihr Gequatsche darstellt. Letztere sind bei dem beliebten Northside Festival in Dänemark zu einem echten Problem geworden. 

Deshalb haben die Veranstalter in diesem Jahr eine besondere Kampagne gestartet: „Just Listen“ – mehr zuhören, weniger quasseln. Mit diesem Motto werden die Festival-Gänger dazu aufgefordert, sich vom 6. bis 8. Juni ganz auf die Konzerterlebnisse einzulassen. 

Die Kampagne wird vor allem in den sozialen Medien ausgerollt:  

Damit die Gäste auch wirklich „den Mund halten“, werden vor den Konzerten Kaubonbons verteilt. Mit den „Voice Cancellation“-Süßigkeiten wird das Reden nämlich schwierig. 

Dänisches Festival fordert mehr Respekt für Musiker und weniger Gerede

„Die Debatte um Gespräche bei Konzerten betrifft nicht nur Northside, sondern alle dänischen Festivals und Veranstaltungen. Wir hoffen daher, dass wir mit dieser Kampagne ein positives Zeichen setzen“, teilt der Festival-Sprecher John Fodge mit. 

Das sorge nicht nur für ein besseres Erlebnis der Gäste, sondern sei ein Zeichen des Respekts gegenüber den Sängern und Musikern auf den Bühnen. Das Northside Festival findet in Ådalen bei Aarhus, der europäischen Kulturhauptstadt 2017, statt. 2018 wurde es mit dem European Festival Award für das beste mittelgroße Festival ausgezeichnet.

Marc Ronson, Keane und weitere internationale Künstler beim Northside Festival

Auf dem diesjährigen Programm steht hauptsächlich feine – und meistens eher ruhige – Indie- und Elektromusik. Die Kampagne soll dafür sorgen, dass alle Besucher die diesjährigen Acts voll genießen können. Darunter Marc Ronson, Keane, Tove Lo, Tame Impala, Bon Iver, Alice in Chains, Oh Land – und Dutzende weitere.