Müssen Thailand-Urlauber bald Eintritt zahlen?

Müssen Thailand-Urlauber bald Eintritt zahlen?

Rund 38 Millionen Menschen reisen pro Jahr nach Thailand – das Land lebt vom Tourismus. Damit die Einwohner auch nachhaltig davon profitieren, wird derzeit über eine Tourismus-Steuer diskutiert.

Die Khaosan Road in Bangkok.
In diesem Jahr rechnet das Land mit 41 Millionen Besuchern und damit mit 2,2 Billionen Euro Einnahmen. (Symbolbild)

Foto: unsplash.com/Evan Krause

Städte, die unter Overtourism ächzen, verlangen Eintritt von Urlaubern – das kennen wir bereits aus Venedig. Dass nun aber ein ganzes Land in Südostasien über diese Maßnahme nachdenkt, ist neu. Eine Touristensteuer könnte bald auf Thailand-Urlauber zukommen.

Das Tourismus- und Sportministerium veröffentlichte vergangene Woche den „National Tourism Policy Act“, welcher vorsieht, den Tourismus im Land auf lange Sicht zu verbessern.

Thailand plant Eintritt für Urlauber 

Die Einnahmen sollen demnach in touristische Attraktionen fließen, aber auch die Infrastruktur an den beliebten Hotspots verbessern. Sei es ein eigener Hafen für Kreuzfahrt-Passagiere aus Europa oder Entwicklungsprojekte für den Süden des Landes.

Noch ist die Abgabe nicht spruchreif: Das Ministerium berät sich derzeit mit der Universität Naresuan in Nordthailand und weiteren Experten, eine Studie soll in sechs Monaten Aufschluss geben. Das berichtet die „Bangkok Post“. Um den Tourismus nachhaltig besser zu managen, soll die Studie auch Erkenntnisse über den Urlauberandrang an bestimmten Orten liefern.

Aufschlussreich könnte das auch für die unter besonderem Schutz stehende Maya Bay auf Koh Phi Phi Leh sein, deren Natur unter den bis zu 5.000 täglichen Besuchern so sehr gelitten hat, dass das Land den Strand bis 2021 gesperrt hat.

So viel Eintritt könntest du für den Thailand-Urlaub loswerden

Eine erste preisliche Vorstellung nannte das Ministerium bereits. So sollen pro Kopf 100 Baht, also umgerechnet knapp drei Euro, bei der Einreise fällig werden. Bei 38 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr wären das 3,8 Milliarden Baht – das Land plant für das laufende Jahr 2019 sogar mit 41 Millionen Touristen.

Mit der Abgabe reagiert das Land auch auf Probleme im Gesundheitsbereich, erst Ende März klagten Krankenhäuser über offene Rechnungen, verursacht durch nicht zahlende Touristen. Diese würden keine Versicherungen abschließen, sich trotzdem medizinisch behandeln lassen und dann das Land ohne Begleichung der Rechung verlassen.

Dementsprechend plant die Behörde auch, die Krankenhäuser zu entlasten und generell in das Krankenversicherungssystem für Ausländer zu investieren.

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