Für 1,99 Euro nach Mallorca: Mit diesem Angebot lockte Ryanair im vergangenen Herbst – Wahnsinn! Der reisereporter hat sich gefragt, wo der Haken ist. Wie konnte die Billig-Airline überhaupt daran verdienen? Die Antwort: Extragebühren. Priority, Handgepäck, Koffer, Sitzplatzreservierungen: Da können schnell noch mal Dutzende Euro obendrauf kommen. 

Ryanair steht nicht allein da – eine Untersuchung des ADAC zeigt, dass Extragebühren die Kosten fürs Online-Flugticket um ein Drittel in die Höhe treiben können. Der Verkehrsclub hat die Kosten für Sitzplatzreservierungen und Gepäcktransport bei zwölf Airlines miteinander verglichen.

Die Deutschen verbringen ihren Badeurlaub besonders gern in Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei. Die Ferienorte lassen sich sehr gut mit dem Flieger erreichen – daher hat der ADAC auf Strecken in die Länder zwölf Airlines miteinander verglichen und dabei erhebliche Preisunterschiede festgestellt.

Sitzplatzreservierung: So teuer wird der Billigflug

Im günstigsten Tickettarif ist die Sitzplatzreservierung bei keiner Airline kostenlos. Die günstigsten Sitzplatzreservierungen gibt’s bei Vueling ab 3,99 Euro, Ryanair und die Tochter Laudamotion fordern ab 4 Euro.

Am meisten kostet die Reservierung mit mindestens 12,99 Euro bei Condor und bei Eurowings mit 12 Euro. Unter zehn Euro für den Platz zahlen Passagiere bei sechs der zwölf Airlines.

So viel kosten Sitzplatzreservierungen.
Foto: ADAC

So teuer ist das Aufgeben eines Koffers

Ohne Koffer in den Urlaub? Für die meisten Touristen undenkbar. Doch von den zwölf Airlines ist die Aufgabe eines Gepäckstücks nur bei einer kostenlos: Bei Sunexpress ist ein 20-Kilo-Gepäckstück im Ticketpreis inklusive. Auf Platz zwei folgt die türkische Airline Pegasus mit 7 Euro. Auf dem dritten Platz folgt mit großem Abstand Tuifly (19 Euro).

Am teuersten ist das Gepäckstück mit 34,77 Euro bei Easyjet, ebenfalls teuer wird es beim deutschen Ferienflieger Condor mit 29,99 Euro.

Kosten für das Reisegepäck.
Foto: ADAC

So unterschiedlich sind die Handgepäckbestimmungen 

Der ADAC hat außerdem verglichen, wie groß das Gratis-Handgepäckstück bei den verschiedenen Airlines sein darf. Das Ergebnis: extrem unterschiedlich.

Während bei Ryanair und Laudamotion gerade mal eine mittlere Damenhandtasche mit den Maßen 40 mal 20 mal 25 Zentimeter mit darf (mehr zu den Handgepäcksbestimmungen gibt’s in unserem großen Überblick), dürfen Passagiere bei Aegean einen Koffer von maximal 56 mal 45 mal 25 Zentimeter mitbringen, der maximal acht Kilogramm wiegt. Die Maße gelten auch für Easyjet, hier gibt es aber keine Gewichtsbeschränkung.

Bei Lufthansa, Eurowings, Sunexpress, Norwegian, Condor, Tuifly, Pegasus und Vueling darf das Handgepäckstück zehn Kilogramm wiegen, muss aber ein paar Zentimeter kleiner sein.

Kosten für das Handgepäck.
Foto: ADAC

Und das Fazit? Der ADAC empfiehlt zum einen, die Tarife zu prüfen. Denn oftmals sei der nächsthöhere Tarif billiger als der günstigste plus Extragebühren. Außerdem sollten Passagiere frühzeitig buchen (am besten sonntags), da in der Regel die Preise steigen würden, je näher der Abflugtermin rückt.