In diesen Unterkünften erlebst du garantiert mehr als im Hotel

Hier erlebst du garantiert mehr als im Hotel

Couchsurfing, Camping, Hostel: Es muss nicht immer das klassische Hotel sein! Übernachten kann doch so aufregend sein. Bevor du also wieder ein Hotel buchst, solltest du diese acht Gründe dagegen lesen.

Steven Hille
Frau sitzt vor einem Zelt am Seeufer, blickt in die Ferne.
Das Hotelzimmer gegen ein Zelt eintauschen.

Foto: picture alliance / imageBROKER

Nicht nur Pauschalurlauber landen oft in einem Hotel. Auch Individualreisende übernachten häufig in Bettenburgen – obwohl es zahlreiche Alternativen gibt. Klar, Hotels bieten Komfort. Doch zwischen Doppelzimmer, Frühstücksbuffet und Pool bleibt auch so manches auf der Strecke.

Warum sich andere Unterkunftsarten lohnen können? Hier kommen acht Gründe:

1. Freundlichkeit kennenlernen

Stephan Orth ist Reisebuchautor – und begeisterter Couchsurfer. Er schätzt daran die ehrliche Freundlichkeit der Einheimischen. „Man ist nicht mit Menschen zusammen, die freundlich sind, weil man ihnen Geld bezahlt“, sagt er mit Blick auf Hotelübernachtungen. 

2. Geld sparen

Couchsurfing ist erstmal kostenlos. Einheimische agieren hier als Gastgeber und Reiseführer gleichermaßen. Sie bieten ihre Wohnung auf Internetportalen wie couchsurfing.com, bewelcome.org oder staydu.com zur Übernachtung an. „Es ist kein Austausch von Geld gegen Ware“, so Orth, „sondern ein Austausch von Zeit und gegenseitiger Neugier.“ Gemeinsame Unternehmungen und Mahlzeiten gehören oft dazu.

Mao schaut beim Schlafen zu: Stephan Orth hat ein Buch über Couchsurfing in China geschrieben.
Mao schaut beim Schlafen zu: Stephan Orth hat ein Buch über Couchsurfing in China geschrieben. Foto: Stefen Chow/dpa-tmn

Für Orth ist Couchsurfing zwar die günstigste Möglichkeit, um auf Reisen zu übernachten. Aber es sollte nie vollständig kostenlos sein, findet er. „Ich bin großer Verfechter davon, immer ein Gastgeschenk mitzubringen, und ich lade die Gastgeber auch gerne zum Essen ein. Es sollte nicht das Gefühl entstehen, dass der eine nur das Wohlwollen des anderen ausnutzt.“ 

Dieser Meinung ist auch Reiseblogger Timo Peters, der als Reisender oft trampt, couchsurft oder im Zelt übernachtet. Nächte in der Natur sind für ihn auch die günstigste aller Übernachtungsoptionen. Selbst bei Freunden oder Couchsurfern wolle man sich immer revanchieren, wie er erklärt. „Berge, Wälder und Strände verlangen keine Gegenleistung. Billiger als im Zelt geht es einfach nicht.“

Preissparender im Vergleich zum Hotel kann das Anmieten einer Ferienwohnung sein. Sie sind in der Regel mit Herd und Kühlschrank ausgestattet. „Wer selber kocht, spart oft eine Menge Geld“, erklärt Peters. Nicht nur bei der Verpflegung, sondern auch beim Preis für die Unterkunft seien Ferienwohnungen oft günstiger als Hotels. Weil es weniger personalintensiv für den Anbieter ist, erläutert Jürgen Schmude. Er ist Professor für Tourismuswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

3. Mehr Flexibilität

In der Systemhotellerie schätzten Gäste die Verlässlichkeit und das Qualitätsversprechen, sagt Schmude. Das funktioniert im Hotel jedoch zu Lasten der Flexibilität – verständlich, wenn man bedenkt, für wie viele Gäste es Ankunft und Abreise vor- und nachbereiten muss.

Also wird ein zeitlicher Rahmen gesetzt, um alles zu koordinieren. In der Ferienwohnung etwa sind Reisende wesentlich flexibler. „Zum Beispiel was die Gestaltung des Tagesablaufs angeht. Ich bin unter anderem nicht an Frühstückszeiten gebunden“, sagt der Tourismusforscher.

4. Anonymität überwinden

In einem Hotel triffst du fast ausschließlich auf andere Reisende. Dabei kommst du nicht unbedingt gut in Kontakt. Das ist beim Couchsurfen anders. Du bist auf den Gastgeber angewiesen und freust dich auf gemeinsame Unternehmungen.

5. Lokaltypisch leben

Wonach sich immer mehr Reisende sehnen, sind echte Begegnungen. Sie wollen erfahren, wie Menschen in einem Land wohnen und wie sie ihren Alltag bewältigen. Mit Couchsurfing und über Portale wie Airbnb und Wimdu, die private Unterkünfte zur Miete vermitteln, haben Reisende die Möglichkeiten dafür. 

Reisebuchautor Orth schätzt das: „Man hat eine große Chance, so zu leben, wie die Einheimischen, weil man einen authentischeren Einblick bekommt.“ Vieles ist dabei abhängig von Unterkunft und Gastgeber.

6. Gleichgesinnte kennenlernen

Dafür sind Hostels sehr gut geeignet. In Mehrbettzimmern kannst du dort mit oft Gleichgesinnten günstig unter einem Dach schlafen. „Das Beste an Hostels sind die anderen Reisenden, gerade, wenn man alleine unterwegs ist“, sagt Reiseblogger Peters. „Ich lerne eigentlich bei jeder Übernachtung im Hostel spannende Leute kennen, die sich für ähnliche Dinge interessieren.“

7. Unerwartete Erlebnisse

In Hotels kann der Urlaubstag durch Essenszeiten, Animation und weitere Programmpunkte durchdefiniert sein. Mit der Flexibilität in anderen Unterkünften provoziert man als Reisender mitunter auch unerwartete Erlebnisse. „Im Gedächtnis bleibt eine Reise durch andere Dinge als durch eine außergewöhnlich gute Matratze“, findet Peters.

„Eine Morgendusche im Wasserfall, ein Rentierbesuch zum Frühstück oder das Wellenrauschen zum Einschlafen sind für mich die Momente, von denen ich noch lange erzähle“, meint der Weltenbummler. 

Reiseblogger Timo Peters ist gerne in der Natur unterwegs.
Reiseblogger Timo Peters ist gerne in der Natur unterwegs. Foto: Timo Peters/dpa-tmn

Auf manche Erlebnisse würdest du vielleicht lieber verzichten, doch sie taugen im Rückblick immerhin als spannende Anekdote. Orth erzählt von einer Couchsurfing-Unterkunft im Iran, die einen halben Kilometer von einem Atomkraftwerk entfernt lag. Am Vorabend erklärte ihm sein Gastgeber, dass sein Ort seit Jahren evakuiert werden sollte. „Da habe ich nicht sonderlich gut geschlafen“, gesteht er. 

8. Natur pur

„Wer die Natur liebt, schläft am besten im Zelt. Für mich gibt es kaum ein schöneres Gefühl, als einen Tag mitten in der Wildnis bei Sonnenaufgang mit einem Kaffee vom Campingkocher zu starten“, sagt Peters. Wer nah an der Natur sein und sie dabei noch schützen will, kann etwa beim Ökotourismus-Netzwerk WWOOF seine Hilfe für die Arbeit auf einer ökologischen Farm anbieten. Im Gegenzug bekommst du Schlafplatz und Verpflegung.

Frau mit einem Wombat.
Warum nicht Wombats pflegen? Reisen und Naturschutz lassen sich bei Freiwilligeneinsätzen verbinden, die etwa das Netzwerk WWOOF vermittelt. Der Deal lautet: Arbeitskraft gegen Schlafplatz. Foto: WWOOF/dpa-tmn

Übrigens: Grund zur Sorge müssen Hotels trotz der Vielfalt an Übernachtungsmöglichkeiten nicht haben. Da die Auslastungsquoten der Hotels aktuell nicht sinken würden, handelt es sich nach den Worten von Tourismusforscher Schmude eher um Erweiterungen des Angebots, welche Hotels jedoch nicht ersetzen.

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