Seit dem 15. April heben die Maschinen der indischen Fluglinie Jet Airways nicht mehr ab, doch immer wieder betonte die Airline, dass die finanziellen Probleme und damit auch das Grounding nur temporär seien, bis ein Investor gefunden sei. Ein niederländisches Gericht sieht das anders und erklärte die Fluggesellschaft nun für bankrott. 

Jet Airways betreibt ein Büro am internationalen Flughafen Schiphol in Amsterdam, weshalb auch ein niederländisches Gericht zuständig war. Ein niederländischer Insolvenzverwalter wurde bereits bestellt.

Die Abwicklung von Jet Airways dürfte nicht einfach werden, da Airline-Chef Vinay Dube und Finanzchef Amit Agarwal ihre Ämter bereits niederlegten, wie das Portal „Aerotelegraph“ berichtet.  

In Indien läuft das Verfahren noch, dort kämpft die Airline gegen eine drohende Insolvenz. Seit Wochen gehen Angestellte auf die Straße, weil sie Arbeitslosigkeit befürchten. Das Urteil aus den Niederlanden ist international gültig, es ist jedoch unklar, ob Indien es anerkannt. Denn dort versucht die Fluggesellschaft noch eine Einigung mit den Gläubigern zu erzielen. 

Am Flughafen Schiphol wurde bereits Anfang April ein Flugzeug auf Bestreben des Frachtunternehmens WFS festgesetzt und beschlagnahmt, weil die Airline ausstehende Zahlungen hatte, denen sie nicht nachkam. Insgesamt soll Jet Airways 1,2 Milliarden US-Dollar Schulden haben.