Botswana will die Jagd auf Elefanten wieder erlauben – auch für Touris

Botswana will die Jagd auf Elefanten wieder erlauben

Fünf Jahre nach dem Verbot der Trophäenjagd auf Elefanten will Botswana diese wieder erlauben. Zusammen mit Namibia und Simbabwe setzt sich das Land zudem für die Legalisierung des Elfenbeinhandels ein.

Elefanten in Botswana.
Elefantenherde im Moremi Game Reserve am Okavangodelta.

Foto: imago images/Michael Kraushaar

Fünf Jahre hatten die Elefanten in Botswana ihre Ruhe – und die Bestände erholten sich. Während die Population weltweit allein in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent zurückging, leben in Botswana bis zu 160.000 Tiere, fast dreimal so viele wie vor 1992. Doch die neue Regierung will das Jagdverbot aufheben – offiziell zum Schutz der Landwirte. 

Da sich die Elefanten in Botswana – rund ein Drittel des gesamten afrikanischen Bestandes – frei bewegen, dringen sie auch immer wieder auf Felder vor und zerstören Ernte und Erde. Damit wird Bauern die Existenzgrundlage genommen.

Ein großes Problem, denn ohne Ernte verhungern Menschen. Eine Umfrage unter Bauern zeigte, dass eine Abschussfreigabe große Unterstützung findet. 

Mit Kochtöpfen gegen Elefanten in Tansania 

In Tansania wurden bereits Projekte gestartet, um das Problem anzugehen: Dort wurden jahrzehntelang wilde Tiere getötet, wenn sie drohten Farmland zu vernichten. Heute gibt es eine Art Elefanten-Taskforce: Wenn sich Elefanten den Menschen nähern, werden sie mit Lärm, etwa durch das Schlagen auf Kochtöpfe, vertrieben.

Botswanas Regierung will sich durch die Freigabe zum Abschuss bei der Parlamentswahl im Oktober auch Stimmen im ländlichen Raum sichern – das betrifft immerhin 43 Prozent der Menschen im Land.

Zum Schutz der Tiere wolle man sich auf eine „nachhaltige Abschussquote“ einlassen, sagte Mike Chase von der Organisation „Elefanten ohne Grenzen“ dem Magazin „National Geographic“. 

Allerdings geht es wohl auch ums Geld, denn Jagdtourismus ist ein großer Geldbringer. In Südafrika, wo die Trophäenjagd erlaubt ist, profitiert der Staat geschätzt mit knapp einer Milliarde Euro von dem Geschäft.

Legalisierung von Elfenbeinhandel gefordert

Daher passt es auch, dass Botswana zeitgleich mit der Jagd-Offerte gemeinsam mit Namibia und Simbabwe auch den kommerziellen Elfenbeinhandel wieder legalisieren möchte. Denn für viele Trophäenjäger wird die Jagd erst dann interessant, wenn sie ihre erlegten Wildtiere auch nach Hause mitnehmen können. Das ist bisher nur unter strengen Auflagen möglich.

Die drei Länder haben sich nun also zusammengetan, um ihr Zielvorhaben durchzusetzen. Sie fordern eine Art Aufsichtsbehörde für einen regulierten Elfenbeinhandel. Bisher hat diese Funktion die Organisation „Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora“ (Cites) inne, die den kommerziellen Handel verbietet. 

Den Vorstoß wollen die drei Nationen, die zusammen über 61 Porzent der afrikanischen Elefantenpopulation beherbergen, auf der nächsten Cites-Konferenz in Sri Lanka vortragen, berichtet „The Guardian“. Bereits 2016 unternahmen Namibia, Simbabwe und Südafrika einen solchen Versuch, scheiterten allerdings an der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit. 

„Pro Wildlife“: Trophäenjagd bringt vor allem Veranstaltern Geld

Simbabwe möchte auf der Konferenz zudem erreichen, einen Teil seiner Elefanten verkaufen zu dürfen. Damit solle deeskaliert werden, denn allein in den vergangenen fünf Jahren starben 200 Menschen durch Elefanten. In Simbabwe werden immer wieder staatlich angeordnet Elefanten aus Nationalparks gefangen, um sie an chinesische Zoos zu verkaufen. Damit werden Staatsschulden abbezahlt. 

Die Naturschutzorganisation „Pro Wildlife“ kritisiert das Vorhaben: „Die Trophäenjagd auf geschützte Arten wird vor allem dazu führen, dass sich einige wenige Jagdveranstalter bereichern. Sie leistet nachweislich weder einen Beitrag zur Armutsbekämpfung, noch eignet sie sich zur Reduzierung vermeintlich überhöhter Wildbestände“, sagt Sprecherin Daniela Freyer. 

Weltweit sterben jedes Jahr rund 20.000 Elefanten durch Wilderei, in aller Regel, um illegal mit dem Elfenbein ihrer Stoßzähne zu handeln. Die Population hat sich dadurch von rund 1,2 Millionen Tieren zu Beginn der 80er-Jahre auf nur noch 415.000 Tieren 2016 reduziert.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren
Zur
Startseite