Lieber nicht hinreisen: Die Städte mit der dreckigsten Luft

Lieber nicht hinreisen: Die Städte mit der dreckigsten Luft

Immer größere Fabriken, mehr Autos, mehr Abgase – die Luftverschmutzung nimmt weltweit zu. In manchen Städten der Erde ist die Luft bereits so verpestet, dass sie zum Einatmen absolut ungeeignet ist.

Menschen mit Atemschutzmasken.
Die Luft in vielen Städten der Welt ist extrem verschmutzt.

Foto: imago images/Kyodo News

Greenpeace und AirVisual haben Zehntausende Wetterstationen weltweit ausgewertet und die Luftqualität etlicher Städte untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchung sind besorgniserregend. Die Luftverschmutzung ist in vielen Teilen der Welt so weit fortgeschritten, dass sie jährlich Tausende Menschenleben kostet. Indien ist besonders schlimm betroffen.

Städte in Indien haben die schlechteste Luft der Welt

Die Stadt mit der schlechtesten Luftqualität der Welt heißt Gurugram und ist ein Vorort der Mega-Metropole Neu-Delhi in Indien. Mit rund 877.000 Einwohnern zählt sie zwar nicht zu den größten Städten des Landes, in Sachen Luftverschmutzung liegt Gurugram aber weltweit ungeschlagen auf Platz eins.

Smog in Gurugram.
Der Smog über Gurugram ist extrem dicht. Foto: imago images/Hindustan Times

Mit einem Verschmutzungswert von durschnittlich 135,8 im Jahr 2018 gilt die Luft der Stadt als definitiv ungesund. In mehreren Monaten des vergangenen Jahres wurde die Luft sogar als „sehr ungesund“ eingestuft.

Die Hauptursache für diese gesundheitsgefährdende Luft ist Feinstaub, auch PM 2,5 genannt. Dieser entsteht in Indien massenweise, unter anderem durch die tägliche Verbrennung von Plastik, das sogar zum Heizen verwendet wird.

Smog in der Luft kostet Menschenleben

In der Greenpeace-Untersuchung ist besonders auffällig, dass fast alle Städte in den Top 50 der am meisten verschmutzten Orte der Welt in Indien, Pakistan und China liegen.

Die Metropolen dieser Länder sind nicht selten Herstellungsort unzähliger Produkte für den Weltmarkt. Riesige Schornsteine pusten Abgase in die Umgebung, und häufig fehlt das Bewusstsein für den Umweltschutz.

Smog in Neu-Delhi.
Indien hat ein riesiges Luftverschmutzungs-Problem. Foto: imago images/Xinhua

Laut Greenpeace wird die Luftverschmutzung im nächsten Jahr rund sieben Millionen Menschen das Leben kosten. Yeb Sano, Direktor von Greenpeace in Südost-Asien, sagt: „Wir möchten, dass die Menschen durch diesen Bericht über Luft, die wir atmen, zum Nachdenken veranlasst werden, denn wenn wir die Auswirkungen der Luftqualität auf unser Leben verstehen, werden wir Maßnahmen ergreifen, um das zu schützen, was am wichtigsten ist.“

Luftverschmutzung in deutschen Städten ist moderat

Laut der Untersuchung von Greenpeace und AirVisual ist die Luft in deutschen Städten „nur“ moderat verschmutzt. Die Stadt mit der schlechtesten Luftqualität 2018 heißt Spremberg, ein kleiner Ort in Brandenburg. Das schlechte Ergebnis ist möglicherweise mit dem benachbarten Braunkohlekraftwerk zu erklären.

Kohlekraftwerk bei Spremberg.
Kohlekraftwerke tragen zur Luftverschmutzung bei. Foto: imago images/photothek

Der Bericht macht deutlich, dass die Luftverschmutzung der Welt extrem ungleich verbreitet ist und häufig der Zugang zu Informationen über die Wichtigkeit der Luftqualität nicht gegeben ist, so Greenpeace.

Etliche Städte haben Luftwerte, die dreimal so hoch sind wie die Werte, die die Weltgesundheitsorganisation als „gesund“ einstuft. Die Umweltorganisation ruft zum Handeln auf.

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