Leise weinte sie, als ihr der Sitznachbar über das Knie streichelte – so schildert das FBI die Situation in einem kürzlich bekannt gewordenen Fall von sexueller Belästigung im Flieger. Angezeigt hatte diesen eine 19-jährige Passagierin, die mit United Airlines von Tokio nach Dulles im US-Bundesstaat Viriginia reiste, wie der „Independent“ berichtet.

Beschuldigt wird ein Mann aus Massachusetts, der während des Flugs übergriffig geworden sein soll. 

Passagier soll 19-jährige Sitznachbarin im Flieger sexuell belästigt haben

Die Anklage lautet: Sexueller Missbrauch im Flugzeug während des Fluges. Wie weit der Beschuldigte tatsächlich gegangen sein soll, ist nicht bekannt. Zunächst soll er das Knie der 19-Jährigen berührt und dann eine Decke über ihren Schoß gelegt haben. 

Unter der Decke soll er die Passagierin dann intim berührt haben – gegen ihren Willen, wie sie ihm auch klargemacht haben soll, indem sie seine Hände wegschlug. Der Mann ist sich jedoch keiner Schuld bewusst und weist alle Vorwürfe von sich.

Sexueller Missbrauch im Flieger: Passagiere und Flugbegleiter betroffen

Der Vorfall soll sich bereits im vergangenen Sommer zugetragen haben, jetzt geht er in Alexandria, Virginia, vor Gericht. Damit wird die Liste von Missbrauchsopfern im Flieger länger: Allein im Jahr 2017 wurden dem FBI 63 Fälle gemeldet, wobei die Dunkelziffer um einiges höher sein dürfte.

Denn häufig stünden die Betroffenen unter Schock und würden Übergiffe nicht melden oder von der Crew nicht ernst genommen, packte ein Ex-FBI-Agent aus. Ein Klaps auf den Po, ein Griff in den Schritt oder sogar Penetration – davon berichten nicht nur (vornehmlich weibliche) Passagiere. 

Denn in den USA soll jede zweite Flugbegleiterin schon einmal sexuell belästigt worden sein – in Deutschland sind die Zahlen ähnlich erschreckend hoch. So gaben 52 Prozent der weiblichen und 44 Prozent der männlichen Flugbegleiter bei einer Befragung an, im Flieger sexuellen Missbrauch erfahren zu haben.