Brexit-Angst bei Thomas Cook: Wie sicher ist dein Urlaub?

Brexit-Angst bei Thomas Cook: Wie sicher ist dein Urlaub?

Thomas Cook im Strudel des Brexits: Der Reisekonzern verlor in den vergangenen Tagen kräftig an der Börse, erholt sich nur langsam. Viele Urlauber fürchten einen Total-Crash. Wie sicher ist dein Urlaub?

Kay Steinke
Bleibt dieser Thomas-Cook-Airbus bald am Boden? Eine Pleite des britischen Reisekonzerns wird immer wahrscheinlicher.
Ein Thomas-Cook-Airbus am Stuttgarter Flughafen. Wegen eines möglichen Brexits hat das britische Unternehmen derzeit zu kämpfen.

Foto: imago images/Aviation-Stock

Der Mai ist kein guter Monat für Thomas Cook. Erst in der vergangenen Woche hat der zweitgrößte Player auf dem europäischen Markt dramatische Zahlen bekannt gegeben: 1,71 Milliarden Euro Verlust im vergangenen Winterhalbjahr. Analysten der Citigroup bescheinigten „Bloomberg“ sogar, dass die Aktie nicht mehr viel Wert habe.

Auch für die restlichen Monate wird ein schwieriges Geschäft erwartet. Müssen deutsche Reisende sich jetzt Sorgen machen? „Nein“, sagt Johannes Winter. „Wir haben in den letzten Monaten eine Reihe von proaktiven Maßnahmen ergriffen, um unsere finanzielle Position zu stärken“, erklärte der Sprecher gegenüber dem reisereporter.

Und weiter: „Wir haben die Unterstützung unserer kreditgebenden Banken und Großaktionäre, und erst diese Woche haben wir uns auf eine zusätzliche Finanzierung für unseren kommenden Winter-Cash-Tiefstkurs geeinigt.“

Pleite wäre Desaster für Thomas-Cook-Reisende

Ein Zahlungsausfall könnte viele Urlauber aus Deutschland in eine prekäre Lage bringen. Zuletzt wies der Konzern Kundenanzahlungen von 1,39 Milliarden Pfund aus – gut ein Drittel davon soll nach einer Schätzungen des „Handelsblattes“ von Kunden aus Deutschland kommen.

Zwar sind Pauschalreisen nach dem Willen der EU vor Insolvenzausfällen versichert. Die Bundesregierung beschränkte die Gesamtsumme je Versicherung jedoch auf 110 Millionen Euro. Damit wäre ein Ausfall bei Weitem nicht abgesichert.

So bedroht der Brexit Thomas Cook

Der Konzern kämpft seit Monaten mit Problemen – und macht dafür unter anderem den möglichen Brexit verantwortlich. So liegen die Buchungen für diesen Sommer um mehr als zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Man steuert jedoch mit einem ausgedünnten Angebot und harten Rabatten auf dem britischen Heimatmarkt dagegen.

„Es besteht heute kein Zweifel mehr, dass der Brexit-Prozess viele britische Kunden dazu gebracht hat, ihre Urlaubspläne für diesen Sommer zu verschieben“, sagte Peter Fankhauser, Vorstandsvorsitzender von Thomas Cook, dem Portal „Airliners“.

Das Geschäft sei jedoch gesichert. „Wir verfügen über ausreichende Ressourcen, um unser Geschäft zu betreiben, und gleichzeitig wird sich unsere Liquiditätslage auch in der Sommerperiode wie gewohnt weiter verbessern“, erklärt Winter.

Brexit zwang britische Airline zum Aufgeben

Zuletzt hatte die Brexit-Unsicherheit auch die britische Airline Flybmi in die Insolvenz getrieben. Diese stellte Mitte Februar 2019 plötzlich den Betrieb ein. „Die Herausforderungen, die besonders durch den Brexit entstanden sind, wurden unüberwindbar“, gab das Unternehmen damals bekannt. 

Durch den Brexit-Prozess habe die Airline keine gültigen Flugverträge in Europa abschließen können und sei unsicher gewesen, ob sie weiterhin zwischen europäischen Destinationen fliegen könne. Pikant: Einige der Passagiere erfuhren erst am Gate, dass ihr Flug ersatzlos gestrichen worden war.

Hartes Reisegeschäft: Niederländischer Reisevermittler ging Ende 2018 pleite

Ende 2018 meldete bereits der niederländische Reisevermittler Travelbird Insolvenz an. Das Beispiel zeigt: Reiseveranstalter arbeiten eng mit Versicherungen zusammen, sodass die Urlauber trotz der Pleite auf ihr Geld hoffen können. 

Bei Travelbird sprang die Versicherungsgesellschaft Stichting Garantiefonds Reisgelden (SGR) ein. Ein Kooperationspartner von Thomas Cook ist dabei unter anderem die Ergo Reiseversicherung AG – die auf dem eigenen Reiseportal auch beworben wird.

Vorbereitung auf den Ernstfall: Besser reisen mit Versicherung

Eine Pleite in diesem Sommer scheint eher unwahrscheinlich. Noch kannst du also sicher mit Thomas Cook verreisen – wenn du schon gebucht hast. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will: trotzdem über eine Reiseversicherung abschließen.

Immer gut zu wissen: mit welcher Airline du unterwegs bist und welche alternativen Routen möglich sind. Denn kommt es zu einer schnellen Insolvenz, können sich Abflugorte und -zeiten kurzfristig ändern.

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