Egal ob Städtetrip innerhalb Deutschlands oder die exotische Fernreise: Immer mehr Reisende wählen das Flugzeug als Transportmittel. Nicht gerade die umweltfreundlichste Variante – und innerhalb Europas auch nicht immer die schnellste.

Trotzdem verzeichneten insbesondere Billig-Airlines einen Boom. Mitunter dafür verantwortlich sind die extrem niedrigen Preise: Reisende zahlten im Jahr 2017 im Durchschnitt mindestens 44 Euro, maximal 105 Euro für einen einfachen Flug.

Das zeigt die jüngste Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dafür wurden alle Flugverbindungen im Low-Cost-Bereich in einer Januarwoche 2017 betrachtet.

Billig-Airlines wachsen: Immer mehr günstige Flugverbindungen

Die immer weiter sinkenden Preise können und müssen die Airlines aufrechterhalten, denn der Markt im Niedrig-Preis-Segment ist hart umkämpft: „Das Streckennetz der Low-Cost-Carrier erreicht mit 518 unterschiedlichen Strecken ab Deutschland in einem Winterhalbjahr einen neuen Höchstwert“, zieht Dr. Peter Berster vom DLR-Institut Bilanz.

Mehr als 23 Prozent aller Flüge ab Deutschland seien der Studie zufolge Low-Cost-Verbindungen.

Der Wettbewerb günstiger Flugverbindungen wird in Deutschland immer schärfer.
Der Wettbewerb günstiger Flugverbindungen wird in Deutschland immer schärfer. Foto: DLR Low Cost Monitor 1/2017

Heruntergebrochen auf die einzelnen Fluggesellschaften erweiterte am stärksten der irische Billigflieger Ryanair das Angebot um zusätzliche 35 Verbindungen. Das sei ein Plus von 25 Prozent, sagt Berster. Mit sieben weiteren Zielen legte auch Easyjet zu.

Allen voran bleibt die Lufthansa-Tochter Eurowings: Mit mehr als 50 Prozent Marktanteil, bietet die Airline das größte Angebot an Billig-Flügen in und ab Deutschland an. Zum Vergleich: Ryanair kommt auf 21,5 Prozent, Easyjet folgt mit elf Prozent. Wie wirkt sich der harte Wettbewerb auf die Preise von Flugtickets aus?

So günstig fliegen Deutsche mit Billig-Airlines in den Urlaub

Steigende Konkurrenz und weiterhin niedrige Ölpreise drücken die durchschnittlichen Bruttopreise stark nach unten. Das wird anhand der Preisspanne im Jahresvergleich von 2016 zu 2017 deutlich. Maximal zahlten Passagiere im Durchschnitt sogar zwei Euro weniger – Ryanair und Wizz Air haben ihre sowieso schon niedrigen Preise gesenkt und hätten so den Trend nach unten gestärkt, erklärt Berster.

Die durchschnittliche Preisspanne für Ticketpreise im Vergleich.
Während im Jahr 2016 die Deutschen durchschnittlich mindestens 64 Euro für einen einfachen Flug losgeworden sind, ist der im Jahr 2017 um 20 Euro günstiger. Foto: DLR Low Cost Monitor 1/2017

Am häufigsten würden Reisende die preiswerten Flüge innerhalb Deutschlands buchen (30 Prozent), aber auch ins Urlaubsland Spanien (16 Prozent, 85 Strecken) geht es für wenig Geld mit dem Flugzeug. In den Osten Europas verschlägt es mit den Billigfliegern auch viele Reisende ab Deutschland, gerade für günstige Städtetrips sind Länder wie Rumänien, Bulgarien und die Ukraine attraktiv. 

Billigflüge mittlerweile auch bei Langstrecke

Auch wenn Eurowings hierzulande den größten Marktanteil im Low-Cost-Bereich für sich beansprucht, kann diese im europaweiten Vergleich nicht mit Ryanair mithalten. „Die irische Fluglinie konnte ihr Angebot gegenüber dem Vorjahr europaweit noch einmal um mehr als zehn Prozent steigern, wobei das Streckennetz sogar um mehr als 18 Prozent gewachsen ist“, erklärt Berster den Erfolgskurs der Fluggesellschaft mit mehr als 11.000 Starts im Januar 2017.

Das Angebot wächst weltweit: So gibt es billige Langstreckenflüge mit Norwegian Air in die USA und nach Asien. Die Anreise nach Dänemark und Schweden nehmen viele in Kauf – ähnlich ist es bei KLM, die von Amsterdam viele Ziele in den USA für relativ niedrige Preise anbietet. 

Eurowings bläst seit Ende 2015 zur Aufholjagd und fliegt mittlerweile ab Köln/Bonn nach Asien und Amerika. Damit gibt es 92 interkontinentale Flüge pro Woche ab Europa – ein Zuwachs von 55 Flügen.