Australien: Die Kokosinseln sind kaum besiedelt und versinken in Müll

Australien: Dieses Inselparadies versinkt in Plastikmüll

Auf den Kokosinseln vor Australien leben nur wenige Hundert Menschen – trotzdem sind die Traumstrände der Inseln mit Tonnen an Müll bedeckt. Das Plastik wird dort vom Meer angeschwemmt.

Kleine, bunte Plastikpartikel liegen auf einem Sandstrand.
Besonders häufig fanden die Forscher Mikroplastik auf den Kokosinseln.

Foto: imago images/Alfonso Di Vincenzo/IPA/Kontrolab

Die Kokosinseln, mehr als 2.000 Kilometer vor der australischen Küste, lassen Inselträume wahr werden – eigentlich. Denn in den vergangenen Jahren haben die Wellen unfassbar viel Müll an die weißen Sandstrände gespült. Das Besucherzentrum bezeichnet die Kokosinseln als „Australiens letztes unberührtes Paradies“ – das nun von Plastikmüll zerstört zu werden droht.

Mehr als 200 Tonnen Plastikmüll bedrohen das Inselparadies im Indischen Ozean

Insgesamt sollen sich rund 238 Tonnen Müll auf der Inselgruppe befinden, schätzen Forscher. Sie haben den Sand oberflächlich und unterhalb der Oberfläche sowie die Vegetation neben den Stränden untersucht. Neben Strohhalmen, Plastiktüten und Zahnbürsten fanden sie vor allem Mikroplastik. 

Die Inselgruppe liegt mitten im Indischen Ozean, Tausende Kilometer vom Festland entfernt. Dass dort so viel Plastik gefunden wurde, ist für die Forscher schockierend – und ein Warnsignal. Sie sehen die Kokos- oder Keelinginseln als Beispiel dafür, wie viele Strände auf der ganzen Welt bald aussehen könnten, wenn die Menschheit ihr Verhalten nicht ändert.

Denn besonders kleine, im Sand vergrabene Plastikteile stellen eine große Herausforderung für die Tierwelt dar, so die Forscher. Es genüge nicht, bereits vorhandenen Plastikmüll aus den Meeren zu fischen. Stattdessen solle verhindert werden, dass neue Teile überhaupt ins Meer gelangen.

Geheimtipp für Australien-Urlauber: Die Kokosinseln

Die Kokosinseln umfassen 27 Inseln, die sich in zwei Atolle unterteilen: North Keeling, das nur aus einer Insel besteht, und South Keeling mit 26 Inseln. Nur zwei der Inseln sind bewohnt. Im August 2011 lebten nur 550 Einwohner auf den Inseln, die australisches Außengebiet sind. 

Die Kokosinseln liegen mehr als 1.000 Kilometer südlich von Java und Sumatra in Indonesien und rund 2.100 Kilometer vom australischen Festland entfernt. Um sie zu erreichen, musst du also einiges an Entfernung zurücklegen – aber es lohnt sich.

Stell dir vor, du bist auf den Malediven oder den Seychellen – und hast den Strand für dich. So ist eine Reise zu den Kokosinseln. Dorthin kommen nämlich nur 2.000 Urlauber im Jahr, berichtet die „South China Morning Post“.

Enstprechend persönlich und gelassen ist die Atmosphäre auf den Inseln. Die Strände sind weitgehend naturbelassen und das Zuhause zahlreicher Krabben. Beim Tauchen im türkisblauen Meer triffst du Schildkröten. Damit die Natur so atemberaubend bleibt, legen Industrien und Verbraucher rund um den Globus hoffentlich bald eine Kehrtwende ein. 

Bei deinem Besuch auf den Inseln könntest du schon mal einen kleinen Beitrag leisten und beim Strandspaziergang Plastikmüll einsammeln.

So kommst du auf die Kokosinseln

Der Flughafen liegt auf der Hauptinsel West Island, vier Stunden dauert der Flug von Perth.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Hotels an der Ostsee
Anzeige
Das könnte dich auch interessieren