Flixbus-Unfall auf A9: Wie sicher ist eigentlich Reisen im Bus?

Flixbus-Unfall: Wie sicher ist eigentlich Reisen im Bus?

Auf der A9 ist am Sonntagabend ein Flixbus umgekippt, ein Mensch kam bei dem Unfall ums Leben, Dutzende Reisende wurden verletzt. Wie oft passieren Busunfälle und wie gefährlich ist Sekundenschlaf?

Ein Flixbus fährt durch Berlin.
Bei einem Flixbus-Unfall wurde am Sonntagabend ein Mensch getötet. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Stefan Zeitz

Ersten Vermutungen der Polizei zufolge könnte Sekundenschlaf des Fahrers den schrecklichen Flixbus-Unfall am gestrigen Sonntag ausgelöst haben. Sind übermüdete Fahrer häufig für Busunfälle verantwortlich? 

Nein, sagen die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2017. Zwar gab es bei 2.986 Unfällen ein Fehlverhalten der Fahrer. Doch nur bei 33 Unfällen spielte die Verkehrstüchtigkeit der Fahrer eine Rolle, nur sieben Fahrer waren laut Statistik übermüdet.

Bus fahren sicherer als Auto fahren

Generell gehören Busse zu den sichersten Transportmittel in Deutschland. Bei Autounfällen zum Beispiel verunglücken etwa zwölfmal so viele Menschen wie bei Busunfällen.

Und: Von den bei Busunfällen geschädigten Personen saß 2017 nur ein Bruchteil (3,7 Prozent) in Reisebussen. Deutlich häufiger sind Unfälle mit Personenschaden bei Linien- und Schulbussen. Insgesamt gab es 2017 8.873 Busunfälle in Deutschland, bei denen 1.113 schwer und 8.479 Menschen leicht verletzt wurden. 65 Menschen starben bei Busunfällen.

Was ist Sekundenschlaf?

Als eine Ursache für den Unfall bei Flixbus mutmaßt die Polizei Sekundenschlaf. Beim sogenannten Sekundenschlaf fallen die Augen für einige Sekunden zu. Meist nur für eine halbe, manchmal aber sogar für bis zu 30 Sekunden. Besonders brenzlig wird der Sekundenschlaf auf Autobahnen: Je höher die Geschwindigkeit, desto mehr Strecke legt der Fahrer zurück, ohne die Straße im Blick zu haben. 

Bei einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde werden pro Sekunde rund 36 Meter zurückgelegt – bei einem Sekundenschlaf von fünf Sekunden wären das schon 180 Meter, auf denen viel passieren kann. 

Weil der Sekundenschlaf oft mit Anzeichen wie Gähnen, Zusammenzucken oder brennenden Augen einhergeht, können Personen, die durch Sekundenschlaf einen Unfall verursachen, mit einer Geldstrafe oder sogar Haft bestraft werden. Das berichtet „bussgeldkatalog.org“.

Flixbus-Unfälle der vergangenen Monate

In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Vorfällen mit Flixbussen: Erst im März war ein Flixbusfahrer mit 2,11 Promille in einen Linienbus gefahren. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand. Ebenso bei einem Vorfall im vergangenen Dezember auf der A3: Dort war ein Flixbus komplett ausgebrannt

Mehrere Verletzte, einige von ihnen schwer verletzt, gab es bei einem Unfall im September. Damals raste ein Flixbus in eine Leitplanke auf der A5.

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