Peru: Du darfst Machu Picchu nur noch drei Stunden lang besuchen

Peru: Du darfst nur noch drei Stunden auf Machu Picchu

Beschränkter Zugang zur Inka-Ruinenstadt Machu Picchu: In einer Testphase dürfen Touristen nur noch maximal drei Stunden an den Top-Sehenswürdigkeiten bleiben – um die historische Stätte zu schützen.

Die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu.
6000 Menschen besuchen täglich die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu.

Foto: imago images/Jan Huebner

Seit Jahren versucht Peru gegen die Touristenmassen vorzugehen, die täglich zur gut erhaltenen Inka-Stätte Machu Picchu pilgern. Inzwischen gibt es zwei Zeitfenster, nur noch 6.000 Touristen sind erlaubt. Nun geht der Staat einen Schritt weiter: In einer zweiwöchigen Testphase ist der Besuch von drei Top-Sehenswürdigkeiten auf jeweils drei Stunden beschränkt, teilt die Regierung mit. 

Betroffen sind der Sonnentempel, der Tempel des Kondors und der Intihuatana-Stein. Der Sonnentempel wird in der ersten Woche beispielsweise von 7 bis 10 Uhr, der Tempel des Kondors von 10 bis 13 Uhr und der Intihuatana-Stein von 13 bis 16 Uhr geöffnet sein.

Die Regulierung sei ein wichtiger Schritt gegen den sich andeutenden Verfall des Unesco-Welterbes aus dem 15. Jahrhundert, heißt es seitens der Behörden.

Machu Picchu: Ab Juniverbindliche Besuchsregeln

Vor allem die Steinoberflächen leiden unter den Touristenströmen. Nach der Testphase zwischen dem 15. und 20. Mai wollen Experten untersuchen, wie die Auswirkungen sind – um dann eine finale Entscheidung bezüglich der Besuchszeiten zu treffen, die ab dem 1. Juni gelten werden. 

Die Entscheidung für das Pilotprojekt sei in Abstimmung mit Touristenführern und Reiseagenturen getroffen worden, gibt die Regierung an. 

„Wir müssen strenge Maßnahmen ergreifen, um dieses architektonische Ensemble zu erhalten und nachhaltig nutzen zu können.“ Der Regierung sei bewusst, dass es sich angesichts der großen Nachfrage durch Touristen um ein „einschneidendes Erlebnis“ handele, das jedoch essenziell für die Erhaltung von Machu Picchu sei. 

Schmaler Grat zwischen Tourismus und Naturschutz

Immer wieder leiden Orte unter dem sogenannten Overtourism. Zuletzt wurde bekannt, dass Thailands berühmter Strand aus dem Film „The Beach“ in der Maya-Bucht noch mindestens zwei Jahre geschlossen bleibt, damit sich das vorgelagerte Korallenriff erholen kann. Auch auf Island wurden bereits Wege zu Sehenswürdigkeiten gesperrt, damit sich die Natur am Wegesrand erholen kann. 

Die Inka-Stadt Machu Picchu, die Unesco-Natur- wie -Kulturerbe ist, wurde 1911 öffentlichkeitswirksam durch den US-Archäologen Hiram Bingham entdeckt, Experten kannten den Ort allerdings schon zuvor. Seit einigen Jahren nun kämpft Peru darum, sowohl Touristen zufriedenzustellen als auch die historische Stätte zu konservieren.

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