Wenig wahrgenommen und kaum bekannt: Zwischen der Ukraine und Rumänien versteckt sich Moldawien (offiziell: Republik Moldau) mit seinem südosteurpäischen Charme, tiefen Wäldern und vollen Weinkellern.

Noch im Jahr 2020 galt das Land als eines der unbeliebtesten Urlaubsländer der Welt. Gerade einmal 29.000 Touristen reisten nach Moldawien– und lag damit nach absoluten Zahlen weltweit auf Platz 192.

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Moldawien: Gastfreundschaft statt genervter Einwohner

Genau diese Tatsache solltest du ausnutzen. Denn Moldawien gilt bei Backpackern und Individualreisenden noch als Geheimtipp. Überlaufene Städte und von Touristen genervte Einwohner wirst du hier nicht finden.

Im Gegenteil: Von sich selbst sagen die Bewohner der ehemaligen Sowjetrepublik, dass sie offen und warmherzig sind. Nicht selten kommt es vor, dass die Moldauer Neuankömmligen zu sich nach Hause einladen. In geselliger Runde gibt es dann jede Menge Wein und traditionelles Essen.

Dazu gehört zum Beispiel die landestypische Spezialität „Plăcintele“, eine Art Blätterteigschnecke, die entweder mit süßen Rosinen oder herzhaftem Kohl und Käse gefüllt ist. Oder das Maismehlbrot, zu dem es leckeren Käse, Sour Creme und Fleischeintopf gibt.

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Moldawien ist eine Wein-Republik

Und auch wenn es in Europa kaum jemand wissen will: Moldawien ist eine Wein-Republik. Jedes Jahr im Oktober wird im ganzen Land ein nationales Weinfest gefeiert – dafür gibt es sogar einen eigenen Feiertag. 1000 verschiedene Weinsorten haben die Winzer Moldawiens zu bieten. 

Auch der weltgrößte Weinkeller steht hier. Rund 20 Kilometer von der Hauptstadt Chisinau entfernt liegt „Milestii Mici“. Das unterirdische Tunnelsystem erstreckt sich über 250 Kilometer, auf 55 davon werden 1,5 Millionen Flaschen gelagert. Damit hat es der Keller ins Guinneesbuch der Rekorde geschafft. Kleiner Tipp: Wer nicht laufen möchte, kann auch einfach mit dem Auto durch den gigantischen Weinkeller fahren.

Milestii Mici bei Chisinau: der weltgrößte unterirdische Weinkeller mit mehr als 200 Kilometern.

Kaputte Straßen und unberührte Natur

In Moldawien ist die Zeit stehen geblieben. Die Straßenverhältnisse sind teilweise sehr schlecht, Autobahnen gibt es erst gar nicht, und auch Straßenbelechtung außerhalb großer Städte ist selten, heißt es beim Auswärtigen Amt

Dafür überzeugt Moldawien mit seiner unberührten Natur: Wasserfälle, Felder mit Lavendel oder Sonnenblumen und sogar wild lebende Pferde tauchen hier immer wieder am Straßenrand auf.

In der Region Orheiul Vechi trohnt das Höhlenkloster „Mănăstirea Peștera“ auf dem Butuceni-Hügel über der naturbelassenen Landschaft. Das Kloster gilt bis heute als wichtigster Ort für Gläubige.

Zeit für eine Pause auf Lavendel-Feldern in Moldawien.

Abstecher in die Hauptstadt Chisinau

Wer aber etwas mehr Action erleben möchte, der sollte in die Hauptstadt Chisinau fahren. Die Metropole mit 530.000 Einwohnern ist relativ überschaubar. Dennoch bietet die Stadt einiges: Du kannst zahlreiche Museen und Theater besuchen oder über den Zentralmarkt schlendern, bei dem es landestypisches Essen, frisches Obst und Gemüse gibt.

Reiseinfos für Moldawien

Einreise: EU-Bürger müssen bei einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen kein Extravisum beantragen. Bei Erwerbstätigen und einer längeren Reisedauer ist es nötig.

Währung: In Moldawien wird mit Leu bezahlt. Umgrechnet ist ein moldauischer Leu 0,21 Euro.

Anreise: Verschiedene Airlines bieten Dreiktflüge von Berlin, Hamburg, Dortmund und Memmingen nach Chisinau an.