Warum sich so viele Australien-Backpacker in Byron Bay verlieben

Warum sich so viele Backpacker in Byron Bay verlieben

Byron Bay hat Charme, keine Frage. Aber warum eigentlich? Was macht diesen Ort aus und weshalb zieht er so viele Backpacker in seinen Bann? reisereporterin Kristin erzählt, wie sie Byron Bay erlebt hat.

Kristin Matzies
reisereporterin Kristin Matzies am östlichsten Punkt des australischen Festlandes in Byron Bay.
reisereporterin Kristin Matzies am östlichsten Punkt des australischen Festlandes. Es ist nur einer der Gründe für den Charme von Byron Bay.

Foto: privat

Der feine, weiche Sand unter den Füßen quietscht ungewöhnlich, während ich den weiten Strand von Byron Bay entlanglaufe. Überall in den rauschenden Wellen sind Surfer zu sehen.

Ob am Main Beach, wo sich viele Anfänger versuchen, oder an einem der umliegenden Strände – an jeder Ecke stehen Pick-ups oder Vans, und braun gebrannte, gut gelaunte Menschen mit Surfboards unter dem Arm sind auf dem Weg ins kühle Nass.

Australien: Byron Bay ist ein wahres Surfer-Paradies

Selten habe ich so viele Männer mit langen Haaren gesehen. Ein Klischee über Surfer, ich weiß – aber in Byron Bay lebt es. Genau dieses Lebensgefühl prägt den gesamten Ort mit seiner unheimlichen Gelassenheit. Ganz nach dem Motto „No Worries“ wirken die Australier hier besonders sorglos. Und auch ich werde von dieser Atmosphäre angesteckt. 

Das kleine Stadtzentrum, das sich größtenteils eine lange Straße entlangzieht, wirkt aufgeräumt und trotzdem alternativ. Viele laufen barfuß umher, und das Straßenbild ist geprägt von jungen Menschen. Neben Klassikern wie Billabong oder Ripcurl gibt es auch kleinere lokale Läden mit Batiksachen oder gemütliche Cafés.

Generell fällt es mir bei der großen Auswahl schwer, kein Geld auszugeben. Und ja, Byron Bay ist längst kein blinder Fleck auf der Landkarte mehr. Das fällt mir besonders auf, als ich an den Travel Agencies vorbeikomme, wo nahezu nur Deutsche arbeiten, die gerade Work and Travel machen. Warum zieht das Küstenstädtchen trotzdem noch immer so viele Menschen in seinen Bann?

Cape Byron: Leuchtturm am östlichsten Punkt von Australien

Auf der Suche nach Antworten nehme ich morgens lieber an einer Yogastunde am Strand teil und mache mich auf den Weg zum Cape-Byron-Leuchtturm, der besonders zum Sonnenaufgang viele Touristen anzieht. Je weiter ich den Wanderweg entlanglaufe, desto schöner wird der Ausblick. Zwischen den Bäumen blitzen immer wieder Strandabschnitte hervor.

Von einem der Aussichtspunkte beobachte ich von Weitem mehrere Delfine und genieße die Ruhe. In der Zeit von Mai bis September kannst du hier mit Glück sogar Buckelwale sehen. Dass es auf diesem Pfad immer so ruhig ist, bezweifle ich. Die Besucher scheinen sich in der Umgebung aber gut zu verteilen.

Sternenmeer in Australien: Genauso atemberaubend wie die perfekten Wellen

Der Leuchtturm steht am östlichsten Punkt des australischen Festlandes und ist seit 1901 aktiv. Abends huscht sein Licht in beruhigender Regelmäßigkeit über den Strand. Es lohnt sich, vorher den Sonnenuntergang vom Parkplatz am Main Beach anzuschauen.

Wenn die Sonne schließlich im Meer versunken ist, laden die Weiten des Sternenhimmels dazu ein, noch etwas länger am Strand zu bleiben.

Danach geht’s mitten hinein ins Nachtleben. Wer möchte, kann in Byron Bay jeden Abend eine andere Party besuchen. Ob am Strand, im Pub oder im Club – es ist immer was los.

Nachtleben in Byron Bay: Zwischen Wet-T-Shirt-Contest und Straßenmusik

Zugegeben, auf der ein oder anderen Party habe ich mich an meine Abizeit erinnert gefühlt – inklusive Wet-T-Shirt-Contest. Entspannter ist die Atmosphäre auf der Straße. Dort spielen Straßenmusiker umringt von Zuhörern, die sich einfach auf den Boden setzen oder auf der Straße tanzen. 

Auch wenn einige Australier der Meinung sind, Byron Bay verliere aufgrund des Tourismus mittlerweile an Flair: Ich kann die Stadt nur empfehlen. Ob Backpacker, Surfer, Hippie oder einfach Tourist – dieser Ort 200 Kilometer südlich von Brisbane ist trotz Kommerz bunt und vielseitig geblieben. 

Und es gibt sie noch, die Ecken abseits des Mainstreams – du musst sie nur suchen.

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