Masern-Alarm: Passagiere seit 1 Woche auf Kreuzfahrtschiff gefangen

Masern: Passagiere seit 1 Woche auf Kreuzfahrtschiff gefangen

Wenn eine Passagierin allen anderen die Reise vermiest: Bei einer Frau auf der „Freewinds“ wurden Masern festgestellt. Seitdem darf niemand der 318 Passagiere das Kreuzfahrtschiff verlassen.

Das Kreuzfahrtschiff „Freewinds“ im Hafen von Aruba. Das Schiff gehört Scientology.
Das Kreuzfahrtschiff „Freewinds“ ist im Besitz von Scientology und wird unter anderem als Ausbildungsstätte und in der Freizeit genutzt.

Foto: imago images/Zuma Press

Sie machten eine Kreuzfahrt durch die Karibik – doch viel von der Inselwelt sahen die Urlauber nicht. Schon in Saint Lucia konnten die rund 300 Passagiere der „Freewinds“ das Kreuzfahrtschiff nicht verlassen. Der Grund: Eine Passagierin hatte die Masern bekommen.

Seit dem 30. April steht das Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne. Vier Tage lang lag es im Hafen von Saint Lucia, mittlerweile hat die „Freewinds“ Curaçao erreicht, wo die Reise am 28. April gestartet war. Doch noch immer darf niemand von Bord gehen.

Kreuzfahrtschiff „Freewinds“ seit einer Woche unter Quarantäne

Insgesamt 277 Blutproben wurden von den Gesundheitsbehörden zur Untersuchung in die Niederlande geschickt. Zehn Passagiere und 31 Crew-Mitglieder konnten eine Masernimpfung nachweisen. Die Ergebnisse der Blutproben werden für den heutigen Dienstag oder Mittwoch erwartet – bis dahin bleibt das Schiff unter Quarantäne. 

Die Behörden wollen verhindern, dass sich die Masern an Orten, an denen das Risiko ernsthafter Komplikationen erhöht ist, verbreiten. „Besonders wenn es sich um arme Länder handelt, in denen die Menschen geringere Abwehrkräfte haben“, zitiert der „Guardian“ den Epidemiologen Izzy Gerstenbluth.

Das betroffene Kreuzfahrtschiff gehört Scientology und wird von der Glaubensgemeinschaft unter anderem als Ausbildungsschiff genutzt. Dort sollen die Anhänger der Website zufolge eine Reise zur „totalen spirituellen Freiheit“ unternehmen.

Wenn Masern im Urlaub zum Problem werden

In den vergangenen Monaten hatten ungeimpfte Urlauber immer wieder für Masern-Alarm in Mittel- und Südamerika gesorgt.

Im Februar befürchteten die Behörden von Costa Rica, dass Urlauber aus Frankreich die Masern wieder ins Land eingeschleppt haben könnten. Deren fünfjähriger Sohn war nicht geimpft.

Im selben Monat mussten Tausende Kreuzfahrtpassagiere in Brasilien geimpft werden, weil einige Crew-Mitglieder der „MSC Seaview“ an Masern erkrankt waren.

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