Mongolei: Touristen-Paar isst im Urlaub Murmeltier – und stirbt

Touristen-Paar isst im Urlaub Murmeltier – und stirbt

Zwei russische Urlauber (37 und 38 Jahre) hatten in der Mongolei rohe Murmeltier-Leber gegessen und sich mit Beulenpest infiziert. Zahlreiche Reisende stecken jetzt in Ölgii fest – darunter auch Deutsche.

Eine Mongolin nimmt in ihrer Jurte ein Murmeltier aus.
Murmeltiere sind in der Mongolei eine Delikatesse.

Foto: imago images/imagebroker/auth

In der Mongolei sind zwei Russen an der Beulenpest gestorben. Der Mann (38) und seine schwangere Frau (37) hatten sich in Ölgii ganz im Westen des Landes mit der Krankheit infiziert, bestätigte das Gesundheitsministerium der Mongolei. Das Paar hinterlässt vier Kinder im Alter von zwei bis 13 Jahren. 

Die Stadt befindet sich seit Mittwoch in Quarantäne. Dutzende Reisende sitzen in Ölgii fest, weil sie die Stadt derzeit nicht verlassen dürfen, berichtet die „Siberian Times“. Darunter sind Urlauber aus Deutschland, Schweden, den Niederlanden sowie der Schweiz und den USA. Im schlimmsten Fall könnte die Quarantäne bis zu 21 Tage andauern.

Mongolei-Urlauber nach Todesfällen in Quarantäne

In Ölgii stehen außerdem fast 160 Menschen, die direkt oder indirekt in Kontak mit dem verstorbenen Paar gekommen waren, unter Beobachtung. „Die halbe Stadt ist wegen einiger pestverseuchter Murmeltiere geschlossen“, berichtet eine Touristin in der russischen Zeitung.

„Wir wollten gerade Ölgii verlassen und tiefer in die Mongolei fahren. Aber alle Wege aus der Stadt heraus sind dicht und wir dürfen nicht raus… Das ist einfach nur surreal.“

Ist die Pest nicht schon längst ausgerottet?

Beulenpest ist ein bakterieller Infekt, der häufig durch Flöhe von Nagetieren wie Murmeltieren übertragen wird. In Deutschland wurde bereits seit Jahrzehnten kein Fall von Pest mehr gemeldet. Die Krankheit kann – wenn sie nicht schnell genug behandelt wird – tödlich enden, informiert die Weltgesundheitsorganisation.

Die Mongolei gehört dem Auswärtigen Amt zufolge zu den wenigen Ländern, in denen die Pest endemisch ist. Sie kann neben den Flohstichen auch durch direkten Kontakt mit infizierten Murmeltieren oder mit unverarbeiteten Murmeltier-Produkten übertragen werden. Aber: „Für den normal Reisenden besteht praktisch kein Infektionsrisiko.“

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