Touristen ritzen Initialen ins Kolosseum: Rom geht gegen Vandalismus vor

Rom reicht’s: Touristen ritzen Initialen ins Kolosseum

Keinen Respekt vor antiken Mauern: Weil sich Touristen in Rom immer wieder danebenbenehmen, greift die Stadt härter gegen Vandalismus durch. Zuletzt ritzten drei Besucher ihre Initialen ins Kolosseum.

Das Innere des Kolosseums in Rom.
Sie brachten das Fass zum Überlaufen: Gleich drei Touristen ritzten Initialen in das Kolosseum. Jetzt will Rom stärker gegen den Vandalismus durchgreifen.

Foto: imago/Pacific Press Agency

„Jetzt reicht’s!“ Das dachte sich wohl die Stadt Rom, nachdem gleich drei Touristen ihre Initialen in die antiken Mauern des Kolosseums geritzt hatten. Die Stadt geht ab sofort härter gegen Vandalismus vor: Mehr Überwachungskameras und Aufseher sollen Besucher zukünftig im Blick haben. Auch ein Einreiseverbot wird geprüft.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Touristen in Rom völlig danebenbenehmen: Ende vergangenen Jahres dachte sich etwa ein 47-jähriger Besucher aus Indien, er könne einen Stein aus dem Koloseeum als „besonderes Souvenir“ mit nach Hause nehmen und riss einfach ein Stückchen aus der antiken Mauer

Tourist ritzt zehn Zentimeter großes „T“ in Kolosseum

Die jüngsten Vorfälle brachten das Fass aber zum Überlaufen: Innerhalb von zwei Wochen ritzten gleich drei Touristen Initialien ins Kolosseum. Zuletzt kratzte ein 29-jähriger aus Ungarn ein zehn Zentimeter großes „T“ mit einem Schlüssel in eine Wand. „Aber es gibt viele Einkerbungen, ich hielt es nicht für verboten“, versuchte er sich zu rechtfertigen, als er erwischt wurde. Das half wenig: Der Tourist wurde wegen Beschädigung nationalen Kulturerbes angezeigt. 

Ende April sind gleich zwei Menschen erwischt worden: Zum einen verewigte sich ein 17-jähriger Bulgare, der mit seiner Klasse auf Schulausflug in Rom war, mit seinen eigenen Initialen. Zum anderen wurde eine 39-jährige israelische Touristin mit einem Stein in der Hand ertappt, mit dem sie die fünf Anfangsbuchstaben ihrer Familienmitglieder in einen antiken Pfeiler des Kolosseums geritzt hatte.

Stärkere Überwachung durch Kameras und Kontrolleure

Laut der italienischen Zeitung „Il Messaggero“ reagierte das Kolosseum mit einem „Anti-Vandalismus-Plan“ auf die neuesten Vorfälle: Ab sofort gibt es mehr Kontrolleure in dem berühmten Amphietheater. Touristen werden schon am Eingang in sechs Sprachen über Verbote und Verhaltenstipps informiert.

„Genau dieses System hat es uns ermöglicht, den letzten Fall der Narbenbildung abzufangen“, begründete das Kolosseum die Maßnahme. Außerdem werde jeder, der das antike Theater beschmiert oder zerstört, wegen Sachbeschädigung angezeigt.

Vandalen sollen nicht mehr nach Rom reisen dürfen

Mehrere Millionen Touristen kommen jährlich nach Rom – 7,6 Millionen waren 2018 im Kolosseum. Immer wieder benehmen sich Urlauber daneben oder zerstören antike Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel badeten Urlauber auch schon nackt im Brunnen am Fuße der Piazza Venezia oder prügelten sich um den besten Selfie-Platz

Bürgermeisterin Virgina Raggi prüft derzeit sogar, ob Vandalen, die bereits angezeigt wurden, zukünftig an einer Einreise nach Rom gehindert werden können, schreibt „Il Messaggero“. Sie plane, eine Liste für die „Barbaren“ zu erstellen und diese an die Herkunftsländer weiterzuleiten.

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