Nach Aeroflot-Katastrophe: Wie sicher sind russische Flugzeuge?

Nach Aeroflot-Feuer: Wie sicher sind russische Flugzeuge?

Auf dem Aeroflot-Flug SU1492 starben mindestens 41 Passagiere: Die Maschine brannte bei der Notlandung in Moskau lichterloh. Und es ist nicht der erste Zwischenfall mit einem Superjet 100 von Suchoi.

An die russische Aeroflot wurden bislang 50 Suchoi Superjet 100 ausgeliefert. Eine Maschine ging am Sonntag in Flammen auf.
An die russische Aeroflot wurden bislang 50 Suchoi Superjet 100 ausgeliefert.

Foto: imago images/Itar-Tass/Marina Lystseva

Es sind dramatische Szenen, die sich am Sonntagabend am Flughafen Moskau-Scheremetjewo abgespielt haben: Ein Flugzeug von Aeroflot musste notlanden und ging dabei in Flammen auf. Mindestens 41 Menschen starben bei dem Inferno.

Wie genau es zu dem verheerenden Feuer kam, ist noch unklar. Der betroffene Suchoi Superjet 100 wurde erst 2017 in Betrieb genommen und im April das letzte Mal inspiziert. 

Wie sicher sind russische Flugzeuge und Airlines?

Grundsätzlich müssen sich Passagiere aber keine Sorgen machen, wenn sie mit russischen Fluggesellschaften wie Aeroflot oder S7 fliegen. Auf der schwarzen Liste der Europäischen Kommission steht keine Airline aus Russland. Diese Liste enthält 120 Fluggesellschaften, die aus Sicherheitsgründen aus dem europäischen Luftraum verbannt sind. 

Der Superjet 100 des Flugzeugbauers Suchoi steht allerdings bislang unter keinem guten Stern.

Superjet 100 – das erste russische Passagierflugzeug seit dem Ende der Sowjetunion

Der erste Passagierflug des Superjets wurde 2011 von Aeroflot durchgeführt, ein Jahr später wurde der Flieger auch in Europa zugelassen. Damit bestätigte die Europäische Agentur für Flugsicherheit (Easa) die Flugtauglichkeit des russischen Flugzeugs.

Bis heute sind bei der staatlichen russischen Airline mit 50 Superjets die meisten der bislang 135 ausgelieferten Flieger im Einsatz. Bei der Entwicklung des Superjet 100 wurde Suchoi vom US-Flugzeugbauer Boeing unterstützt.

Der Superjet 100 sollte die russische Antwort auf Kurzstreckenflieger wie den Airbus A220 oder die Boeing 737 werden. Es war die erste Neuentwicklung eines Flugzeuges in Russland seit dem Ende der Sowjetunion 1991. Bereits kurz nach dem ersten Passagierflug kam es allerdings zu den ersten Negativschlagzeilen: 

Unglück in Indonesien: 45 Menschen sterben bei Superjet-100-Crash

Bei einem Unglück in Indonesien kamen 2012 alle 45 Insassen eines Superjet 100 ums Leben. Die Maschine war während eines Fluges zu Werbezwecken gegen einen Vulkan geflogen. Schuld an dem Unglück sollen die Piloten gewesen sein. 

Ein Jahr später entzogen die russischen Behörden dem Flugzeugtyp vorübergehend die Betriebserlaubnis. Grund dafür waren mehrere technische Probleme, berichtet „Futurezone“.

Und: Aeroflot konnte 2012 nur ein Viertel der Maschinen einsetzen, da Ersatzteile fehlten oder einzelne Komponenten unzuverlässig gewesen sein sollen. Das berichtet das „Handelsblatt“.

Maximal 110 Passagiere haben in den Superjets Platz. Bei der Unglücksmaschine befanden sich 78 Menschen an Bord – mehr als die Hälfte von ihnen kam in den Flammen ums Leben.

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