Türkei: Mädchen (3) stirbt im Urlaub mit Reiseveranstalter Thomas Cook

Im Türkei-Urlaub: Mädchen (3) stirbt im Hotel

Es ist der Albtraum aller Eltern: Aus bislang unerfindlichen Gründen ist die kleine Lily G. in der Türkei erkrankt – und gestorben. Jetzt verlangen die Eltern Antworten vom Reiseveranstalter Thomas Cook.

Lily war mit ihrem älteren Bruder und den Eltern in der türkischen Provinz Muğla im Urlaub, als sie tragisch verstarb.
Lily war mit ihrem älteren Bruder und den Eltern in der türkischen Provinz Muğla im Urlaub, als sie tragisch verstarb.

Foto: gofundme.com

Was wie ein normaler Familienurlaub begann, endete in einer Tragödie: Die dreijährige Lily wurde plötzlich krank, ihre Haut färbte sich gelblich. Mit ihren Eltern und ihrem Bruder machte sie im Bodrum Holiday Resort in der türkischen Stadt Bodrum Urlaub, als es ihr immer schlechter ging.

Lilly starb in ihrem Hotelzimmer in der Türkei

Die Eltern brachten sie in eine lokale Ambulanz, bekamen dort rezeptfreies Schmerzmittel und wurden wieder weggeschickt. Doch wenig später starb Lily im Hotelzimmer. 

Bereits kurz nach dem tragischen Tod im August 2018 hatte Lilys Onkel eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Mehr als 4.000 Pfund (rund 4.600 Euro) wurden für eine angemessene Beerdigung der Kleinen gesammelt.

Gericht untersucht Tod eines Mädchens in der Türkei

An diesem Montag begann nun die gerichtliche Untersuchung des Falles. Lilys Eltern wollen Antworten auf ihre drängendste Frage: „Wir wollen einfach wissen, was passiert ist“, sagte ihr Vater Chris G. vor dem Gericht in Sheffield. Das berichtet die britische „Sun“.

Der Verdacht der Familienanwälte: Lily könnte sich im Hotel mit Bakterien wie E. coli oder Salmonellen infiziert haben. Zum Zeitpunkt ihres Todes soll es in dem Hotel eine erhöhte Zahl an Krankheitsfällen gegeben haben. Und: Das Hotel erreichte bezüglich der Lebensmittelsicherheit nur eine Bewertung von 54 Prozent.

Thomas Cook bestätigte gegenüber dem reisereporter die gestrige Gerichtssitzung zum Untersuchungsbeginn. Eine zweite sei für den 1. Juni geplant.

Thomas Cook spricht den Angehörigen Mitgefühl aus

„Unser tiefstes Mitgefühl gilt der Familie nach dem herzzerreißenden Tod ihrer Tochter im Urlaub vergangenes Jahr“, teilte eine Sprecherin mit. Der Reiseveranstalter habe dem Untersuchungsrichter alle Informationen übermittelt, die er vom Hotel und von den Gesundheitseinrichtungen erhalten habe.

„Die Todesursache bleibt unklar. Wir werden das Gericht und die Familie auch weiterhin in jeder möglichen Form unterstützen und erwarten das Ergebnis der Untersuchung.“

Bis zum nächsten Termin will das Gericht den Autopsiebericht, einen Polizeibericht und andere wichtige Dokumente sammeln, um der Todesursache auf den Grund zu gehen – und Lilys Eltern endlich Antworten liefern zu können.

Es ist in diesem Jahr nicht der erste Todesfall eines jungen Kindes im Urlaub: Erst im Februar kam eine neunjährige Britin an der Costa del Sol ums Leben, nachdem sie ein Eis gegessen und deshalb vermutlich einen allergischen Schock erlitten hatte. 

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