Foto-Wahn in Holland: Tulpen-Felder für Touristen gesperrt

Foto-Wahn in Holland: Tulpen-Felder für Touristen gesperrt

Weil Touristenmassen für das perfekte Foto auf den Blumen herumtrampeln und sie so zerstören, ziehen niederländische Tulpenbauern die Reißleine: Sie sperren ab sofort ihre Felder für Urlauber.

Dronten in Holland: Touristen tummeln sich in den Tulpenfeldern.
Zugegeben, dieses rote Blütenmeer zieht magisch an. Der Anziehungskraft auf Touristen gefährdet jedoch die Tulpenernte.

Foto: imago images/Hollandse Hoogte

Ob die überfüllte Bonner Altstadt zur Kirschblüte, eine beschauliche Stadt in Kalifornien, die wegen der jährlichen Mohnblüte im Touri-Chaos versinkt, oder eine wegen Selfie-Zombies geschlossene Sonnenblumenfarm in Kanada: Irgendwann ist Schluss mit den typisch verträumten Instagram-Bildern. Auch in Holland.

Auf der Suche nach dem perfekten Foto richten Blogger und fotoverrrückte Touristen auf den leuchtenden Tulpenfeldern derzeit einen Schaden von Tausenden Euro an. Tulpenbauern ziehen die Reißleine.

Selfie-Wahn: Touristen dürfen Tulpenfelder in Holland nicht mehr betreten

Rund 10.000 Euro Ernte-Miese für ein Foto: „Das ist der Punkt, an dem sich etwas ändern muss“, sagte der Tulpen-Bauer Simon Pennings „CNN Travel“.

Er sperrt nun, wie viele andere, seine mehr als 40 Felder nahe Amsterdam für Touristen. „Genießen Sie die Blumen, respektieren Sie unseren Stolz“, heißt es auf den Bannern.

„Sie überqueren die Felder und beschädigen die Tulpen“, beschwerte sich Simon über die, seines Erachtens, sehr jungen Selfie-Wütigen. 

Schon im vergangenen Jahr musste er mitansehen, wie 200 Menschen seine fragilen Blumen plattmachten: „Von morgens um 10 Uhr bis 9 Uhr abends machen sie Fotos.“

Der Tulpen-Experte aus Noordwijkerhout erklärt das Problem: „Wenn die Tulpen zerstört werden, kann die Zwiebel nicht wachsen.“

Denn es geht um die Ernte der Tulpenzwiebeln. Und die Vermehrung der Zwiebeln gelingt nur mit dem Verblühen der Tulpen – unbeschadet!

Instagram-Hype zerstört Blütenpracht – so kriegst du trotzdem ein schönes Erinnerungsfoto

Auch die Zentrale für Tourismus in den Niederlanden sieht soziale Medien als Problemverursacher: „Vor zehn Jahren waren viele der Besucher 50 Jahre und älter“, blickt eine Sprecherin zurück. Aber: „Seit Instagram sind es sehr viele Millennials“, die eben auf der Jagd nach instagrammablen Selfies sind. 

Auf ein Foto vor den bunt schillernden Blumenfeldern müssen Touristen aber nicht gänzlich verzichten. Verboten ist nur das Betreten der Felder, hier findest alle Dos and Don’ts

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