Chris D. machte seit mehreren Monaten eine Südostasien-Reise. Auf der Route lag natürlich auch Thailand. Am Flughafen von Chiang Mai entdeckte der 29-Jährige ein Handy in einer Dachrinne. Vermutlich hatte es jemand verloren – der Tourist steckte es ein, wollte es nach dem Einchecken in der Unterkunft bei einem Fundbüro abgeben.

Im Hostel angekommen, stärkte sich der Brite zunächst. Als er in sein Zimmer zurückging, wartete vor diesem allerdings die Polizei.

Backpacker will verlorenes Handy abgeben – und wird verhaftet 

Diese hätte Beweismaterial, auf dem zu sehen sei, wie der Tourist ein fremdes Handy am Flughafen eingesteckt und mitgenommen hätte – und legten Chris prompt die Handschellen an, das berichtet die britische „Daily Mail“. Er habe gegen das Gesetz verstoßen. Aus dem (ehrlichen) Finder wurde plötzlich ein vermeintlicher Dieb.

Da das Handy nicht ihm gehörte, hätte er es nach thailändischem Recht erst gar nicht anfassen dürfen. Keine Chance für Chris auf Freiheit, er wanderte erst mal hinter Gitter.

Thailand: Tourist sitzt wegen vermeintlichen Diebstahls im Gefängnis ein 

Dort sollen ihm Wächter seine Dreadlocks abrasiert haben – nackt und nur mit einer Decke habe er dann auf dem harten Betonboden seine Zeit abgesessen. „Keiner konnte Englisch sprechen. Das war sehr einschüchternd“, erinnert er sich. 

Erst nach zwölf Tagen wurde der 29-jährige Rucksacktourist gegen Kaution freigelassen. Seine Familie hatte mit einem Crowdfunding-Projekt rund 20.000 Pfund sammeln können. Für unschuldig wurde er damit allerdings nicht erklärt, die Ausreise aus Thailand wurde ihm untersagt.

Besitzerin des verlorenen Handys versucht Backpacker zu entlasten

Mit dem gesammelten Geld organisierte die Familie für Chris auch einen Anwalt, der um das Recht seines Mandanten mit allen Mitteln kämpfte. Er kontaktierte die Besitzerin des verlorenen Handys, das Chris am Flughafen eingesteckt hatte. Diese bat um seine Freisprechung, sie wolle nicht, dass er ins Gefängnis muss. 

Gegen 5.000 Pfund konnte der Anwalt einen Aufschub der Strafverfolgung erwirken – nach 48 Tagen durfte Chris Thailand verlassen und ist seit vergangener Woche wieder in England. Ob ihm dort noch weitere rechtliche Konsequenzen drohen, ist ungewiss.