Letzte Reise: Das erlebte Weltenbummlerin Heidi Hetzer (81)

Letzte Reise: Das erlebte Weltenbummlerin Heidi Hetzer (81)

Noch mit 81 Jahren ging Heidi Hetzer ihrer großen Leidenschaft nach: dem Reisen. Doch ihr Urlaub in Südafrika sollte der letzte sein – am Ostersonntag wurde die Berlinerin leblos in ihrer Wohnung gefunden.

Heidi und „Hudo“ vor dem Panorama des Tafelbergs.
Noch vor ihrem 80. Geburtstag umrundete Heidi Hetzer in knapp 960 Tagen die Welt – ihr treuer Begleiter: der Oldtimer „Hudo“.

Foto: Heidi Hetzer

„Ich lebe nicht mehr, aber ich habe gelebt“: Mit diesem Instagram-Post verabschiedet sich die Familie von Abenteurerin Heidi Hetzer – in der virtuellen und der echten Welt. 

Gerade erst war Heidi von ihrer Afrika-Tour zurückgekehrt, am Ostersonntag wurde sie tot in ihrer Wohnung in Berlin gefunden, die Todesumstände sind bislang unklar. Das berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Der reisereporter schaut auf die Abenteuer der ehemaligen Rallyefahrerin zurück: Das hat Heidi auf ihren Reisen um den Globus alles erlebt.

Weltenbummlerin Heidi Hetzer mit 81 Jahren gestorben

Sie lebte jeden Tag so, als sei es ihr letzter – so behalten ihre Kinder Dylan und Marla ihre Mutter in Erinnerung. Ihr „Glaube an das Gute im Menschen“ konnte nicht einmal nach einem Raubüberfall auf ihrer letzten Reise in Südafrika erschüttert werden, berichtet die „B.Z.“.

Tablet, Handy und Kreditkarte wurden ihr in Kaptstadt abgenommen – selbst an diesem traurigen Moment ließ Heidi ihre Fans bei Instagram teilhaben: „Ich habe mich langsam von dem Schreck erholt und habe ein neues iPhone“, schrieb sie wenige Tage nach dem Vorfall.

Kapstadt markierte das Ende ihrer letzten großen Reise. Ihr Geländewagen „Pink Lady“ brachte die 81-Jährige von November 2018 bis April 2019 von Ägypten nach Südafrika, in die entlegensten Ecken des afrikanischen Kontinents.

Dabei ging Heidi immer auf Tuchfühlung mit den Einheimischen, wie hier in Kenia, wo sie bei dem Hammerstamm kurzerhand einem Mädchen ihre Brille lieh:

Und auch anderen Einheimischen kam sie auf der Tour durch Afrika ganz nah…

… und fand nicht nur wie hier in Äthiopien neue Freunde, sondern auf der ganzen Welt.

Vor Heidis Tod: Im Oldtimer auf Weltreise

Ihr Roadtrip durch Afrika war jedoch längst nicht das größte Abenteuer. Statt mit der „Pink Lady“ ging sie bereits 2014 mit ihrem „Hudo“, einem 87 Jahre alten Oldtimer, auf Weltreise. Von Berlin aus reiste sie durch Asien, Australien, Neuseeland, über Nord- und Südamerika bis nach Südafrika.

  

Eindrücke: Heidi fährt in 960 Tagen um die Welt

Rund 84.000 Kilometer und zwei Jahre und sieben Monate später kam Heidi mit ihrem ratternden und nach Benzin stinkenden „Hudo“ Anfang März 2017 wieder am Brandenburger Tor in Berlin an. 

Als erfolgreiche Unternehmerin in der Autobranche konnte Heidi genug verdienen, um sich die Reisen zu finanzieren. Durch die Adern der 81-Jährigen floss Benzin, sie leitete bis 2012 eines der größten Autohäuser Berlins und war leidenschaftliche Rallyefahrerin.

Die mediale Aufmerksamkeit zog die Berlinerin allerdings nicht nur deswegen auf sich: Im „ZDF-Morgenmagzin“ äußerte sie sich 2017 rassistisch und sagte: „Die Schwarzen klauen alles.“ Hetzer entschuldigte sich im Nachhinein für die Äußerung.

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