Tomatenbier und Wasabi: Island ist mehr als nur Fisch | reisereporter

Tomatenbier und Wasabi: Island ist mehr als nur Fisch

Auf einer abgelegenen Insel wie Island kommen schon mal komische Ideen auf. Zum Beispiel, Tomaten anzubauen – obwohl um einen herum lauter Gletscher sind. Und dann Bier daraus zu machen!

Tom Nebe
speisen mit Blick auf die Hallgrímskirkja: Das Restaurant Grillid verbindet isländische Kochtraditionen mit modernen Einflüssen.
Speisen mit Blick auf die Hallgrímskirkja: Das Restaurant Grillid verbindet isländische Kochtraditionen mit modernen Einflüssen.

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Tomaten auf Island? Und ob! Wie das geht? Ganz einfach: Sie wachsen hier in Gewächshäusern, die zum Teil mit geothermaler Energie laufen. Unter der Erde rumort es in Island schließlich gewaltig. Und das nutzen die Bewohner clever aus.

Die Farm Fridheimar in Reykholt im Süden Islands baut Tomaten in so einem Gewächshaus an und richtet die Speisekarte komplett danach aus. Dazu gibt es für alle, die sich trauen, Tomatenbier. Ja, wirklich. Und das ist nicht die einzige Überraschung, die dich hier erwartet. Es gibt eine kreative Food-Szene zu entdecken, die Kochtraditionen mit modernen Einflüssen verbindet.

Typische Bergfarm in Südisland: Überall im Land kann man Farmen erkunden – Kosten ist selbstverständlich erwünscht.
Typische Bergfarm in Südisland: Überall im Land kann man Farmen erkunden – Kosten ist selbstverständlich erwünscht. Foto: dpa-tmn

Eliza Reid, die First Lady von Island, erklärt dir, was du unbedingt probieren musst:

Die Isländer bauen inzwischen zum Beispiel Wasabi an. Die daraus hergestellte scharfe Paste bekommst du in den besseren Restaurants der Insel. „Ein perfektes Beispiel dafür, wie wir Einflüsse aus anderen Ländern für die isländische Küche nutzen“, sagt Reid.

In Reykjavik ballt sich Islands kreative Foodszene.
In Reykjavik ballt sich Islands kreative Foodszene. Foto: dpa-tmn

Das schließt auch Hákarl ein, fermentierten Grönlandhai. Das traditionelle Gericht ist etwas für Mutige. „Es ist durchschlagend“, beschreibt es Reid. „Am Anfang ist es mild und man denkt: So schlimm, wie jeder sagt, ist es ja gar nicht. Dann schluckt man es hinter – es hat dieses Ammoniak-Aroma, das einem in den Kopf steigt und verweilt. In einem Restaurant würde ich es nicht bestellen.“

Am besten spülst du Hákarl mit einem Schnaps herunter. Und wenn du nach der Kostprobe noch nicht genug hast, besuchst du das Hai-Museum in Bjarnarhofn und lässt dir erklären, wie Hákarl hergestellt wird.

Ein guter Startpunkt für deine kulinarische Entdeckungsreise ist auch die Hauptstadt Reykjavík. Klassisch geht es im Restaurant Dill zu, das als erstes Haus in Island mit einem Michelin-Stern geschmückt wurde.

In die traditionellen Gerichte eintauchen kannst du außerdem in den Restaurants Grillid und Matur og Drykkur. Sie werden ebenfalls im Michelin-Guide erwähnt. Alle liegen im oder rund um das Zentrum der Hauptstadt, du erreichst sie zu Fuß.

Ursprünglich geht es auf der Insel Vestmannaeyjar weiter südlich zu. Hier steht das Lokal Slippurinn, in dem die Gerichte mit vor Ort angebauten Kräutern aufgepeppt werden.

Du kannst außerdem Farmen erkunden, wo aus der Milch Eis oder Skyr hergestellt werden. Kosten natürlich erwünscht. Eine von ihnen ist Efstidalur, östlich von Reykjavík. Skyr ist vielen Leuten ein Begriff – schließlich steht das joghurtähnliche Gericht in den meisten Supermärkten hierzulande im Regal.

Typisch isländisch ist die Kjötsupa: Lammsuppe mit Kartoffeln und Gemüse.
Typisch isländisch ist die Kjötsupa: Lammsuppe mit Kartoffeln und Gemüse. Foto: dpa-tmn

Typisch isländisch, aber ohne Meereseinfluss, ist die Kjötsupa: Lammsuppe mit Kartoffeln und Gemüse. Überhaupt, Lamm: Darauf sind sie in Island besonders stolz. Denn es ist historisch gesehen der Gegenspieler der Fische auf den Tellern der Isländer.

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