Die Ostermesse war in vollem Gang: Mehrere Kirchen in Sri Lanka wurden am Sonntagmorgen von Explosionen erschüttert. Nach aktuellem Kenntnisstand wurden die St. Sebastian’s Church in Negombo, die St. Anthony’s Church in Colombo und eine Kirche in Batticaloa zwischen 8.30 Uhr und 9 Uhr Ortszeit zur Zielscheibe einer Anschlagsserie. 

Nun macht die Regierung die einheimische Islamistengruppe „National Thowheeth Jama’ath“ für die Anschläge verantwortlich. Desweiteren sollen Ermittlungen ergeben haben, dass sieben Attentäter die Sprengsätze am Körper zündeten.

Colombo: Shangri-La und andere Fünf-Sterne-Hotels von Explosionen erschüttert

Neben den Gläubigen wurden auch Touristen Opfer der Explosionen: In drei Fünf-Sterne-Hotels in Sri Lankas Hauptstadt wurden ebenfalls Explosionen gemeldet, im Shangri-La, im Cinnamon Grand und im Kingsbury in Colombo. Nach aktuellem Stand sollen mindestens 290 Menschen gestorben und rund 500 verletzt worden sein. Das berichtet die „Hindustan Times“ und beruft sich auf die AFP.

Unter den Todesopfern sollen sich rund 35 Ausländer befinden, darunter Menschen aus den USA, England und den Niederlanden. 

Zwei weitere Explosionen in einem Hotel sowie in einer Wohnsiedlung ereigneten sich im weiteren Verlaufe des Tages. Ein weiterer Anschlag in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Colombo konnte am Sonntagabend vereitelt werden: An einer Straße zum Hauptterminal wurde ein selbstgebauter Sprengsatz gefunden – Spezialisten entschärften die Bombe. 

Videos und Fotos von Augenzeugen zeigen das Außmaß der Zerstörung:

Zersplitterte Fenster und eine zerstörte Fassade im Shangri-La Hotel…

… und verletzte Kirchgänger unter einem teilweise eingestürzten Kirchendach: 

Die Polizei soll bisher 24 Verdächtige festgenommen haben.

Politiker bezeichnen Anschläge in Colombo als  „feige“ und „niederträchtig“

Sri Lankas Premierminister verurteilte in einem Tweet die Anschläge als „feige“. „Ich forder alle Sri Lanker auf, in der tragischen Zeit verbunden und stark zu bleiben.“

Außenminister Heiko Maas verurteilte die Tat, die sich offenbar gezielt gegen Betende und Reisende richtete, aufs Schärfste. Nichts könne diese „niederträchtige Tat rechtfertigen“, teilte das Auswärtige Amt auf Twitter mit.

 

Auswärtiges Amt aktualisiert Reise- und Sicherheitshinweise für Sri Lanka

Urlauber sollten sich von den Anschlagsorten fernhalten und den Anweisungen der Behörden folgen. Das Auswärtige Amt twitterte, dass die Botschaft in Colombo derzeit aufzuklären versuche, ob weitere Deutsche unter den Opfern seien.

Die Lage sei unubersichtlich, heißt es zudem auf der Website des Auswärtigen Amtes. Reisende müssten mit Einschränkungen wie Absperrungen, Behinderungen im Flugverkehr und stärkeren Kontrollen am Flughafen rechnen.

Das Auswärtige Amt rät Reisenden, im engen Kontakt mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften zu bleiben und die lokalen Medien zu verfolgen. Sie sollten sich zudem bei Verwandten und Freunden zu melden. Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet. Besorgte Angehörige können sich unter der Telefonnummer 030-50000 melden. Mittlerweile haben die Behörden in Sri Lanka eine Ausgangssperre verhängt, die unbedingt befolgt werden sollte.