Vier Tage lang waren der französische Künstler Jean Rene, der unter dem Namen JR agiert, und 400 Freiwillige mit einer Papierinstallation am Pariser Kunst-Museum Louvre auf dem Cour Napoléon  beschäftigt. Doch nur wenige Stunden später war das Werk zerstört. Weil zu viele Touristen darauf herumliefen.

Zum 30-jährigen Bestehen der berühmten Pyramide ordneten die Freiwilligen 2.000 riesige Papierteile um ebenjene herum an. So sollte eine optische Täuschung entstehen, durch welche die Pyramide im Wasser zu versinken scheine. Aus der Höhe war der Effekt auch deutlich zu sehen. 

Aktuelle Deals

Jean Rene schreibt in einem Statement, dass das Kunstwerk nur als flüchtiges Werk geplant gewesen sei. „Es ist vergänglich wie das Leben“, schreibt er. Einmal angeordnet, würde die Installation ein Eigenleben annehmen. „Die Sonne trocknet den Kleber, und mit jedem Schritt eines Menschen verändert sich das fragile Papier.“ 

Nicht die erste Aktion von JR am Louvre

Ob er allerdings tatsächlich damit rechnete, dass all die Arbeit so schnell zerstört ist, lässt er offen. Auf Instagram postete er noch stolz Bilder des Werkes, das durch das Abendlicht die Pyramide tatsächlich versinken ließ, und bedankte sich beim Louvre. „Ich kann nicht glauben, dass das wirklich passiert ist.“

2016 ließ JR die Pyramide am Louvre durch eine optische Täuschung verschwinden.

Das Papier, das bei der Installation zum Einsatz kam, sei ökologisch und werde wiederverwertet. Als das Kunstwerk zerstört war, sammelten Freiwillige die Papierreste ein. Die Installation widmete JR übrigens der französischen Filmemacherin Agnès Varda, die am 29. März verstarb. „Du hast die Menschen, das Kleben und die Illusion geliebt.“ 

Es war nicht die erste Kunst-Aktion des französischen Straßenkünstlers. Vor drei Jahren ließ er die Pyramide in Paris mit einer Lichtinstallation quasi verschwinden.