Das schwere Busunglück ereignete sich in Caniço in der Gemeinde Santa Cruz. Der Fahrer verlor gegen 18.30 Uhr am Mittwochabend die Kontrolle über den Reisebus, in dem 57 Menschen saßen. Der Bus überschlug sich mehrfach, stürzte eine Böschung hinunter und krachte auf ein Wohnhaus.

Bilder zeigen, wie der weiße Reisebus völlig zerstört neben der Straße liegt, auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach.

Der Reisebus überschlug sich und krachte auf ein Haus.
Der Reisebus überschlug sich und krachte auf ein Haus. Foto: imago images / GlobalImagens

Busunglück auf Madeira: Die meisten Todesopfer aus NRW

29 Menschen an Bord starben bei dem Unfall: 17 Männer und 12 Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. Der Fahrer sowie der Reiseleiter haben verletzt überlebt.

Die Todesopfer stammen aus Deutschland, das sagte der Bürgermeister des Ortes Canico, Filipe Sousa, dem portugiesischen Sender RTP 3“.

Und nun wird auch klar: Die meisten stammen aus NRW – aus mehreren Landesteilen, darunter Köln, Langenfeld, Euskirchen, Paderborn, Elsdorf, Pulheim und Minden. 

Eine Bundeswehrmaschine brachte am vergangenen Samstag die Verletzten zurück nach Deutschland.

Wie konnte es zu dem Unfall kommen? Der Bus soll fünf Jahre alt gewesen und erst kürzlich zur Inspektion gewesen sein. Unglücksursache könnte ein Defekt am Gaspedal oder an den Bremsen gewesen sein. Aber auch gegen die Betreiberfirma des Unglücksbusses wurden Vorwürfe laut.

Die portugiesische Kraftfahrergewerkschaft SNM teilte mit, dass der Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls bereits mehr als 13 Stunden am Steuer gesessen habe – fünf mehr als erlaubt. Die Transportfirma SAM wies die Vorwürfe zurück.

Portugals Premierminister spricht Angela Merkel Beileid aus

Der Premierminister von Portugal, António Costa, hat bereits am Abend des Unfalls über Twitter seine Bestürzung ausgedrückt.

„Ich möchte auch den Bewohnern von Madeira Worte der Unterstützung senden. Ich hatte auch Gelegenheit, Bundeskanzlerin Angela Merkel in dieser schwierigen Zeit das Bedauern zu übermitteln.“

Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte: „Entsetzliche Nachrichten erreichen uns aus Madeira. Unsere tiefe Trauer gilt all denen, die in dem verunglückten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzten.“