Atlantikinseln von Galicien verbannen Touristen zum Schutz der Strände

Schutz der Strände: Spanische Inseln verbannen Touristen

Täglich darf nur eine bestimmte Zahl von Besuchern auf die Inselgruppen Illas Cíes und Illas Ons in Galicien. In der Hauptsaison wird diese jetzt weiter begrenzt – Reedereien und Hotels sehen das kritisch.

Aussicht von einer Nachbarinsel auf die Islas Cíes in Spanien.
In der Hochsaison sollen nur noch 1.800 Menschen pro Tag die Inselgruppe Cíes besuchen dürfen.

Foto: imago images/imagebroker

Sie sind Kandidaten für das Unesco-Weltnaturerbe und beheimaten einige der schönsten Strände der Welt: Die Atlantikinseln Galiciens locken täglich Tausende Besucher. Dazu gehören die Inselgruppen Illas Cíes und Illas Ons sowie die Inseln Sálvora und Cortegada.

Wer die Inseln besuchen will, muss schon jetzt vorher online eine Zugangsberechtigung beantragen. Sowohl in der Haupt- als auch in der Nebensaison soll die maximale Besucherzahl nun noch strenger limitiert werden.

Der Grund: Um es tatsächlich zum Welterbestatus zu bringen, will die Regierung Natur und Strände auf den Inseln schützen.

Der Rodas-Strand auf Cíes – die Strände der atlantischen Inseln in Galizien zählen zu den schönsten der Welt.
Der Rodas-Strand auf Cíes – vor einigen Jahren wurde er vom „Guardian“ zu einem der schönsten Strände der Welt gekürt. Foto: imago images/robertharding/Matt Frost

So viele Besucher dürfen täglich auf die Atlantikinseln

  • Illas Cíes: maximal 1.800 Besucher pro Tag in der Hochsaison. Diese Begrenzung gilt bereits seit 2018.
  • Illas Ons: maximal 1.300 Besucher pro Tag in der Hochsaison.

Als Hochsaison zählt der Zeitraum zwischen dem 15. Mai und dem 15. September sowie die Karwoche vor Ostern.

In der Nebensaison dürfen je maximal 450 Touristen täglich die Inseln besuchen. Darüber informiert das galicische Ministerium für Transport und Infrastruktur. Nach Sálvora und Cortega dürfen ganzjährig jeweils maximal 250 Menschen pro Tag.

Der Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia liegt im Nordwesten von Spanien an der Atlantikküste, rund 35 Kilometer von der Grenze zu Portugal entfernt: 

Allein in der Karwoche haben sich insgesamt bereits 5.700 Touristen für den Besuch der Illas Cíes angemeldet – im Vorjahr waren es nur rund 4.000. Um zu überprüfen, dass wirklich nur Urlauber mit Zugangsberechtigung auf die Inseln reisen, werden die QR-Codes der Reisenden an den Abfahrtshäfen kontrolliert.

Zugangsbegrenzungen zu den Atlantikinseln von Galicien ernten Kritik

Die Behörden wollen an den strengen Begrenzungen und Kontrollen festhalten – obwohl es starken Gegenwind aus der Touristmusbranche gibt. Vertreter von Hotels und Bootsunternehmen kritisieren den Plan, der im vergangenen Dezember abgesegnet worden ist, als „obsolet und fern der Realität“.

Er widerspreche dem Interesse der Rías Baixas, zu der die Inseln gehören, als Tourismusregion. Für die Geschäftsleute sei das eine bequeme Lösung verglichen mit Maßnahmen, die das Bewusstsein und das Nachhaltigkeitsverständnis der Besucher fördern könnten. Das berichtet das spanische Tourismusmagazin „Hosteltur“.

Hunderte Urlauber stehen Schlange, um auf die Cíes-Inseln zu fahren. Die Zahl der Besucher pro Tag ist begrenzt.
Hunderte Urlauber stehen Schlange, um auf die Cíes-Inseln zu fahren. Die Zahl der Besucher pro Tag ist begrenzt. Foto: imago images/Agencia EFE/Salvador Sas

Doch die Politik bleibt hart: „Es gibt keinen Rückweg; wir wollen, dass die Atlantikinseln Weltnaturerbe werden“, sagte Landwirtschaftsminister Ángeles Vázquez gegenüber dem „Diaro Atlántico“.

In der Vergangenheit hatten Reedereien bereits Strafen im sechsstelligen Bereich kassiert, weil sie gegen die Begrenzung der Besucherzahlen auf der Illas Cíes verstoßen und mehr Passagiere als eigentlich zugelassen transportiert hatten.

Was Urlauber auf den Atlantikinsel von Galicien beachten müssen

Neben den Besucherbegrenzungen gelten auf den Inselgruppen eine ganze Reihe an Verboten. So darfst du zum Beispiel keine Muscheln an den Stränden sammeln und mitnehmen, keine Drohnen fliegen lassen und keine laute Musik hören. Weil es auf den Inseln keine Mülleimer gibt, müssen Besucher ihren Abfall wieder mitnehmen und auf dem Festland entsorgen. 

Hauptsächlich kommen Tagesbesucher in den Nationalpark. Wer über Nacht bleiben will, findet nur einen Campingplatz auf der Insel Faro, die zu den Illas Cíes gehört, nur dort darfst du zelten. Und: Besucher dürfen die Inseln nur auf ausgewiesenen Pfaden erkunden.

Fähren zu den Atlantikinseln starten unter anderem in Pontevedra und Vigo.

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